In Baden-Württemberg wollen Grüne und CDU das letzte Kindergartenjahr kostenfrei machen und perspektivisch sogar verpflichtend. Ziel: bessere Startchancen für Kinder beim Übergang in die Grundschule. Dort kommen laut Grundschulverband immer mehr Kinder mit Schwierigkeiten an.
Viele Kinder starten mit Defiziten
"Die Erstklässler kommen zunehmend mit einer Fülle von Schwierigkeiten in die Grundschulen", sagt Edgar Bohn, Geschäftsführer des Grundschulverbands Baden-Württemberg. Probleme gebe es etwa bei Sprache, sozialem Verhalten und grundlegenden Fähigkeiten. Ein verpflichtendes Kita-Jahr könne hier helfen, allerdings nicht als klassische Vorschule. Statt Arbeitsblättern gehe es um praktische Erfahrungen: draußen spielen, Dinge ausprobieren, miteinander sprechen und Konflikte lösen. Gerade Kinder aus bildungsferneren Familien könnten so besser erreicht werden. Bohn sieht darin einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit. Offen bleibt jedoch die Finanzierung. Denn ein verpflichtendes und gleichzeitig beitragsfreies Kita-Jahr würde das System deutlich ausweiten.
Übergang mit Hindernissen Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule leidet unter Personalmangel
Zu wenig Fachkräfte, zu wenig Zeit und immer mehr Kinder mit Problemen bei der emotionalen Entwicklung, so eine Umfrage unter Kitaleitungen. Das erschwere den Übergang zur Schule.