Darüber spricht SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr mit Oliver Hintzen, Schulleiter in der Nähe von Rastatt in Baden-Württemberg und stellvertretender Landesvorsitzender des Bildungsverbands VBE.
Baden-Württemberg habe den Schülern vor Kurzem ermöglicht, im Unterricht eine Form von KI einzusetzen – sowohl an Grundschulen als auch in der Sekundarstufe, sagt Oliver Hintzen. Damit könne man ihnen sehr gut den Umgang mit KI zeigen. Es bleibe alles Datenschutzkonform.
KI könnte die Schule grundlegend verändern
Das System, das seine Schule verwende, heiße Telli, sagt Oliver Hintzen. Mit Hilfe dieser KI könnten Lehrer komplette Lernszenarien erstellen. Es handele sich dabei um eine interne KI. Sie greife also nicht auf Daten aus dem Internet zu. Stattdessen gäben die Lehrkräfte PDF-Dokumente oder Texte vor und legten Parameter fest, wie die Schüler mit der KI interagieren sollen.
Ist Telli eine KI-Simulation?
Bei Telli handele es sich um einen Chatbot, wie man ihn auch aus anderen Situationen kenne, sagt Oliver Hintzen. Durch ihn würden Schüler an das Prinzip KI herangeführt. Anschließend könne man den Umgang mit öffentlichen Chatbots erlernen.
KI überholt die Lehrer
Natürlich müssten Lehrer den Umgang mit Telli erstmal selbst lernen. Das dauere aber seine Zeit, während der die KI permanent weiterentwickelt werde, erklärt Oliver Hintzen. Schüler würden in der KI eine Möglichkeit sehen, die Lehrer auszutricksen. Deren Aufgabe sei es dann, zu erklären, dass eine KI nicht das Lernen ersetzen kann.
Wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann
Im Matheunterricht sieht Oliver Hintzen viel Potential für den Einsatz von KI. Habe ein Schüler zum Beispiel Probleme mit einer Aufgabe, und die Lehrkraft wüsste sich nach mehrfachen Erklärversuchen nicht mehr zu helfen, könne man diese Matheaufgabe Schritt für Schritt von einer App lösen lassen. Dieser Lösungsweg könne dann, begleitet von Erklärungen des Lehrers, durch den Schüler nachvollzogen werden.