In einem Papier mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU eine Reform des Rechtsanspruchs auf Teilzeit. Dieser solle künftig „nur bei Vorliegen einer besonderen Begründung gelten“, beispielsweise bei der Erziehung von Kindern oder Pflege von Angehörigen. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg sagt im SWR-Aktuell-Gespräch mit Moderator Forian Rudolph, dass die Probleme auf dem Arbeitsmarkt woanders liegen. Weber sagt, die Menschen sollen selbst entscheiden, wie lange sie arbeiten.
Aufgabe von Politik ist es dabei nicht, den Menschen Ansagen zu machen, wie lange sie denn nun arbeiten sollen. Sondern Politik muss die Rahmenbedingungen gestalten, muss Anreize verbessern, muss Unterstützung bereitstellen.
Experte zur „Lifestyle-Teilzeit“-Diskussion: Probleme liegen woanders
Weber betont, dass viele Frauen zum Beispiel in Deutschland in Teilzeit arbeiten, weil die Kinderbetreuung nicht ausreiche. Zudem würden Minijobs durch Steuervergünstigungen das Teilzeitmodell fördern. „Wir müssen an die Minijobs ran.“ Das seien größere Hindernisse, sagt Weber.
Schweitzer: „Von Lifestyle-Arbeitnehmern sehe ich wenig in Deutschland“
Auch Alexander Schweitzer, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident von der SPD, sagt im Deutschlandfunk, dass er einen Missbrauch nicht erkenne:
Von Lifestyle-Arbeitnehmern sehe ich wenig in Deutschland und in meinem Land Rheinland-Pfalz, sondern ich sehe ganz viele Menschen, die gucken, dass Arbeit, Familie und alles, was ihnen wichtig ist, zusammenpasst.
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