"Als Gründe für psychischen Stress nannten die Kinder und Jugendlichen in der Befragung ein Jahr zuvor Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen, Sorgen um die Schule und die Umweltzerstörung", sagt Anna Gronostaj, Studienverantwortliche bei der Bosch-Stiftung, in SWR Aktuell. Die Kriege seien in den vergangenen Monaten nicht weniger geworden.
Hoher Leistungsdruck in der Schule sorgt für Stress
Dass die Sorgen um die Schule an zweiter Stelle stehen, sollte uns nachdenklich stimmen. Die Schule sollte ein Ort sein, an dem es Kindern und Jugendlichen, aber auch den Lehrkräften möglichst gut geht.
Im aktuellen Schulbarometer habe die Hälfte der Schülerinnen und Schüler berichtet, "dass sie einen hohen Leistungsdruck verspüren - und dass sie sogar am Wochenende lernen müssen, um mit dem Stoff hinterherzukommen", so die Studienverantwortliche. Man müsse sich fragen, wie man den Druck herausnehmen könne und die Kinder und Jugendlichen in der Schule zu stärken.
Unter Druck lernt man nicht besser. Es muss ein Umdenken stattfinden.
Cyber-Mobbing schon an Grundschulen
Erstmals wurde im Schulbarometer auch das Thema "Mobbing an Schulen" erhoben. Das Fazit: Mobbing kann schon an der Grundschule beginnen. Negatives soziales Verhalten unter Schülern findet oft im Netz statt. "Kinder und Jugendliche haben das Gefühl, dass sie dem Mobbing überhaupt nicht entrinnen können - weder in der Schule, noch in der Freizeit." Das Mobbing-Problem ist nach Ansicht von Gronostaj durchaus präsent. "Es gibt viele Konzepte, wie gut diese allerdings umgesetzt werden, dazu müsste man vertiefende Studien machen."
Befragung mit Screening-Instrument durchgeführt
Für das Schulbarometer seien die Schülerinnen und Schüler mittels eines Screening-Instruments gebeten worden, ihr Wohlbefinden einzuschätzen. Damit seien die Kinder beispielsweise gefragt worden, "wie oft sie in letzter Zeit traurig waren, wie schnell sie wütend wurden - oder, ob sie sich einsam gefühlt haben." Wie es um die Mitbestimmungsmöglichkeiten bei Entscheidungen in der Schule steht, darüber hat Anna Gronostaj mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich gesprochen.