Das Drama um den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal ist noch immer nicht ausgestanden. Der Wal ist nicht, wie viele Fachleute erwartet hatten, vor der Insel Poel gestorben. Er hat aber weiterhin nicht den Ausgang in Richtung Nordsee und Atlantik gefunden - schwebt also noch in Gefahr. Der Wal hat inzwischen einen Peilsender bekommen. Das hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gesagt.
Peilsender und Futter, um auf den richtigen Weg zu kommen
Als nächster Schritt soll eine Barriere aus Sandsäcken aufgebaut werden, damit er nicht weiter ins Flachwasser rutscht. Eine Animationsfütterung soll ihn dann zum Losschwimmen bewegen.
Weg in die Ostsee über Futtersuche
Boris Culik hat als Meeresbiologe am Geomar Helmholtz-Zentrum die Ozeane erforscht. Inzwischen führt er ein eigenes Forschungsunternehmen in Heikendorf bei Kiel und sagt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich, die meisten Tiere kämen auf der Suche nach Futter in die Ostsee. Er verweist auf einen Buckelwal vor Dänemark, der ein Jahr lang die Fischgründe dort zur Nahrungssuche verwendet hat. Das Problem sei nun, dass die Ostsee keinen Ausgang hat: "In allen anderen Seegebieten - denken Sie an die Nordsee, denken Sie an die Irische See oder an den Atlantik - da zieht man von Nord nach Süd und im Süden gibt's einen Ausgang", erklärt der Meeresbiologe. "Bei der Ostsee ist das anders", so Culik, da lande man immer in Sackgassen. Auch starke solare Aktivität, die das Magnetfeld der Erde beeinflusst hat, könne ein Störfaktor sein.
Ist eine Rettung noch möglich?
Culik verweist aber auch auf das Beispiel eines Delfins, der sich in die Ostsee verirrt habe. Er sei monatelang umhergeirrt, um dann abzutauchen und ein halbes Jahr später im Mittelmeer gesichtet zu werden. Der Delfin sei dabei eindeutig zu identifizieren gewesen. Überhaupt müsse die Geschichte von Timmy kein schlechtes Zeichen sein: "Ein bisschen hat's vielleicht auch mit der Erholung der Wal-Populationen zu tun, von der man ausgeht", sagt der Meeresbiologe. "Wenn's mehr Wale gibt, dann gibt's auch mehr Tiere, die nach interessanten neuen Lebensräumen suchen."
Timmy sorgt für mehr Wal-Patenschaften
Während also die Rettungsaktion für den Buckelwal Timmy weiterläuft und er mit Hering und Shrimps zum Ausgang gelockt werden soll, hat die Umweltschutzorganisation WWF zuletzt 113 neue Walpatenschaften bei sich gezählt. In den vier Wochen vorher seien es nur 15 gewesen. Der WWF glaubt, das liege an Timmy.
Weitere Informationen zum Thema
Spezialeinheit zieht nach Baumholder US-Militär sucht hunderte Wohnungen im Hunsrück
Der Umzug einer Spezialeinheit nach Baumholder stellt das US-Militär vor Herausforderungen. Denn gleichzeitig wird die alte Siedlung renoviert. Gibt es genug Wohnungen im Hunsrück?