Wer durch die Wohnsiedlung der US-Amerikaner in Baumholder fährt, sieht Kräne und Baumaschinen. Maurer, Maler und Elektriker gehen in den Mehrfamilienhäusern ein und aus. Die Wohnblöcke und die Wohnungen aus den 1960er-Jahren werden gerade renoviert. Bis 2033 will das US-Militär mit allem fertig sein.
Das Problem: Die Wohnungen würden genau jetzt dringend gebraucht. Denn im März hat der Umzug der "Special Forces" aus Stuttgart nach Baumholder begonnen. Im Laufe des Jahres werden rund 1.500 Soldaten mit ihren Familien eine neue Unterkunft brauchen. "Sie alle unterzubringen, ist eine Herausforderung", sagt Harald Kastner, der Chef der Housing-Division. Denn durch die Bauarbeiten fallen aktuell rund 300 Wohnungen weg, die nicht belegt werden können.
"Interesse der Vermieter ist groß"
Um den Engpass abzufedern, müssen Kastner und seine Kollegen verstärkt private Wohnungen im Umland auftreiben. In Idar-Oberstein, in Berschweiler und im saarländischen Nohfelden haben sie Veranstaltungen organisiert - in der Hoffnung, Hausbesitzer als Vermieter zu finden.
"Die Resonanz war gut", sagt Markus Immesberger, der bei der Housing Division für private Unterkünfte zuständig ist. Einige Vermieter hätten sich gemeldet. Rund 100 Objekte konnten bereits angemietet werden. Allerdings sind das längst noch nicht genug, um den Bedarf zu decken.
Konkurrenz um Wohnungen mit der Air Base Ramstein
Der größte Konkurrent auf dem Wohnungsmarkt in der Region kommt ausgerechnet aus den eigenen Reihen. Die US-Air-Base Ramstein in der Westpfalz, die nur rund 40 Kilometer von Baumholder entfernt liegt, braucht ebenfalls Hunderte Wohnungen für Soldaten. Besonders Immobilien im Kreis Kusel sind gefragt und entsprechend schnell vergeben.
Das Team in Baumholder setzt deshalb auf Angebote im Kreis Birkenfeld und im Nordsaarland. Dort, etwas abseits von Ramstein, könnte sich die Suche etwas einfacher gestalten als in der Westpfalz. Die Immobilienmaklerin Heike Heringer aus Idar-Oberstein glaubt trotzdem: "Leicht wird das nicht."
Sie habe als Vermieterin bislang gute Erfahrungen mit US-Soldaten gemacht. Immerhin zahlt die Army einen Zuschuss zu Miete und Nebenkosten, was für Eigentümer stabile Einnahmen bedeutet.
Nur wenige Wohnungen entsprechen Standards des US-Militärs
Allerdings hat das Militär klare Anforderungen. Die Wohnungen müssen renoviert sein und für Familien ausreichend Platz bieten. "Aber gerade in Idar-Oberstein entsprechen viele Wohnungen diesem Standard nicht", sagt Heringer: Oft seien sie zu klein oder in einem schlechten Zustand.
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Zudem hat das US-Militär seine Ansprüche an die Wohnungen gerade erst hochgeschraubt. Verlangt werden inzwischen rund 160 Quadratmeter für Familien. Diese neuen Standards sind auch der Grund für die laufenden Bauarbeiten in der US-Siedlung. Rund eine halbe Milliarde Dollar investiert die Army, um die bestehenden Gebäude anzupassen. Kleinere Wohnungen werden zusammengelegt, um den Bedürfnissen von Familien gerecht zu werden.
Mieten im Hunsrück sind relativ niedrig
Auf dem privaten Markt sind solche Immobilien nur schwer zu finden. Glück könnten die US-Amerikaner mit Einfamilienhäusern auf dem Land haben, meint Heringer. Und das - anders als etwa in Trier oder Mainz - zu "vernünftigen Mieten". Karsten Schultheiß vom Kreis Birkenfeld bestätigt das: "Es gibt relativ wenig Leerstände. Aber der Markt ist nicht so überhitzt wie in anderen Teilen des Landes."
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Tatsächlich sind die Mieten noch vergleichsweise günstig, auch wenn sie zuletzt etwas gestiegen sind. In Idar-Oberstein etwa liegt die Durchschnittsmiete laut Stadt zwischen sieben und acht Euro pro Quadratmeter. In Trier, Bitburg und Wittlich bei mehr als neun Euro. Maklerin Heike Heringer glaubt auch nicht, dass sich das durch die Nachfrage durch das Militär verändern wird.
Immobilienmaklerin: "Trump ist unberechenbar"
Auch die Stadt Idar-Oberstein hält sich mit Prognosen zurück: "Das wird sich erst zeigen, ob es eine steigende Nachfrage gibt." Auch in der Immobilienbranche herrscht Unsicherheit. Insbesondere die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zur NATO und zur Rolle der USA in Europa sorgen für Zweifel. "Dieser Mann ist unberechenbar", sagt Heike Heringer: "Da fehlt einfach die Perspektive."
Früher seien US-Amerikaner als Mieter eine sichere Bank gewesen. Heute stelle sich die Frage, ob die angekündigten Truppen in voller Stärke kommen – oder ob sie wieder abgezogen werden, sagt Heringer: "Sich nur auf die Amerikaner als Mieter zu verlassen - das geht heute nicht mehr."