In Ungarn ist Ministerpräsident Viktor Orban deutlich abgewählt worden. Oppositionsführer Peter Modja und seine Tisza-Partei erringen einen haushohen Sieg mit Zweidrittelmehrheit. Für den Osteuropa-Experten Kai-Olaf Lang ist das ein "Erdrutsch-Sieg" und ein klares Votum der Wähler für einen politischen Neustart.
Unmut über Preise und Versorgung
Ausschlaggebend seien vor allem Alltagssorgen gewesen: steigende Preise sowie Probleme im Gesundheits- und Bildungssystem. Korruption und Vetternwirtschaft hätten den Unmut zusätzlich verstärkt. Insgesamt sei die Unzufriedenheit so groß gewesen, dass Magyar sie bündeln konnte. Orban hat seine Niederlage eingeräumt und will in der Opposition weitermachen. Lang hält ein politisches Comeback für möglich. Der langjährige Regierungschef könne sich dabei auch an internationalen Beispielen orientieren, etwa an Donald Trump. Auch über Ungarn hinaus könnte die Wahl Folgen haben: Für proeuropäische Kräfte in anderen Ländern sei das Ergebnis ein Signal der Hoffnung, zum Beispiel in Polen, Serbien und der Slowakei.