Personalumbau in Berlin: "Merz hat so wenig Autorität wie nie"

Der Personalumbau im Kabinett Merz schreitet voran. Heute soll der Posten des Unionfraktionsvorsitzenden neu besetzt werden. Jens Spahn (CDU) war zurückgetreten, nachdem seine Vaterschaft durch eine Leihmutter in den USA für heftige Kritik gesorgt hatte.

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Jetzt soll der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) neuer Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag werden. Frei gilt als enger Vertrauter von Merz. Der Kanzler steht mit seiner Personalpolitik in der Kritik. "Aktuell hat er so wenig Autorität wie noch nie in seiner Zeit als Kanzler", sagt Friederike Haupt, Unions-Expertin und F.A.Z.-Korrespondentin in Berlin. Das zeige sich an öffentlich geäußerter Kritik am Kanzler durch Parteikollegen. Das sei alarmierend für Merz und die gesamte CDU.

Union kritisiert Kommunikation

"Der Kernvorwurf dem Kanzler gegenüber: Es wurde zu wenig kommuniziert, zu wenig versucht zu verstehen, wo der andere steht, wo hole ich ihn ab. Und das lässt sich nicht in wenigen Tagen wieder nachholen." Haupt geht dennoch davon aus, dass Thorsten Frei – auch aus Mangel an Alternativen – gewählt wird. Wenn auch mit einem schlechteren Ergebnis als einst Jens Spahn. Frei selbst sei in der Partei angesehen, die Kritik richte sich gegen den Stil des Kanzlers. Dennoch: "Die CDU hat ein großes Interesse daran, zu regieren und Stabilität zurückzugewinnen", sagt Haupt.

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Mit der aktuellen Art und Weise des Kanzlers wäre das jedoch nur bedingt machbar, so Haupt. Das zeige auch der Unmut gegenüber Merz innerhalb der sonst loyalen rheinland-pfälzischen Union. "Wenn er wirklich was ändern will, muss er seinen Stil ändern", sagt Friederike Haupt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.