Straße von Hormus: Schifffahrt braucht "Sicherheitsgarantien"

Der Iran droht den USA mit einem Ende der Waffenruhe und blockiert weiterhin die Straße von Hormus. Für die Schifffahrt bleibt die Lage schwierig. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder fordert im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem Sicherheitsgarantien für das Passieren der Meerenge.

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"Wir können nicht durchfahren", bevor für die Straße von Hormus nicht Sicherheitsgarantien ausgesprochen worden seien, stellt der Reeder-Verbands-Geschäftsführer klar. Im Persischen Golf befänden sich zurzeit etwa 2.000 Schiffe. Auf denen säßen ungefähr 20.000 Seeleute fest. "Die gilt es zu schützen. Deshalb brauchen wir die Garantie, dass Sicherheit besteht und dass die Schiffe nicht beschossen werden."

Wenn jemand die Straße von Hormus sperrt, ist man mit seinem Schiff im Persischen Golf gefangen.

Planungen für Reeder bleiben schwierig

Die dänische Reederei Maersk hatte am Mittwoch angekündigt, trotz der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran den Normalbetrieb in der Straße von Hormus vorerst nicht wieder aufzunehmen. Auch die deutschen Reeder beobachteten, wie sich die Situation entwickle, sagt Martin Kröger. "Wir wissen nicht, wann wir überhaupt ausfahren dürfen, ohne dass Beschuss droht." Der Iran habe die Drohung ausgesprochen, dass keine Schiffe passieren dürften. Die Straße von Hormus sei noch gesperrt. Jetzt müsse man abwarten, bis sich die Gefahrenlage entspannt. "Und dann ist die Frage, wie organisiert man die Ausfahrt von 2.000 Schiffen aus der Seeregion."

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Reeder sind gegen "Mautpflicht" für Straße von Hormus

Der Iran macht seine Ankündigung offenbar wahr und will für das Durchfahren der Straße von Hormus kassieren. Das Unternehmen Windward, das den internationalen Schiffsverkehr beobachtet, spricht von einem US-Dollar pro Barrel transportiertes Öl. Die größten Supertanker haben bis zu drei Millionen Barrel Rohöl geladen, was eine Maut von drei Millionen US-Dollar bedeuten würde.

Der Verband Deutscher Reeder lehnt dieses Vorgehen des Irans ab. Es handele sich bei der Straße von Hormus um "eine natürliche Meerenge", betont der Hauptgeschäftsführer. "Das ist nichts, was man besitzen und mit einer Maut belegen kann." Anders verhalte es sich beispielsweise beim Suezkanal. Dessen Baukosten würden durch eine Maut refinanziert.