Es bestehe die Möglichkeit, das Ultimatum zu verlängern. Doch diesen Weg habe sich Trump am Montag durch seine Äußerungen selbst versperrt, sagt der Professor für Internationale Studien und Geopolitik an der Universität Köln.
Trump hat von der Hölle gesprochen, was eine schwere Überschreitung von jeder Rhetorik gewesen ist.
Der US-Präsident könnte das Ultimatum auch ohne Reaktion verstreichen lassen. Er hätte dann das Heft des Handels in der Hand, zu dem aus seiner Sicht besten Zeitpunkt einen Angriff zu befehlen. Die dritte Option wäre ein Militärschlag Mittwochfrüh: "Nach gestriger Aussage auf der Pressekonferenz, die zum Teil sehr bizarr gewesen ist, müsste man damit rechnen, dass um Punkt 2:00 Uhr unserer Zeit ein Feuerschlag losgeht", schlussfolgert Klemens Fischer.
Iran-Krieg Strategie - oder leere Drohungen?
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Was gegen eine US-Bodenoffensive im Iran spricht
Sollte US-Präsident Donald Trump eine Bodenoffensive im Iran befehlen, kämen zwei Ziele in Frage, erklärt der Experte. Zum einen könnte die Insel Qeschm im Persischen Golf ins Visier rücken. Sie sei strategisch bedeutsam, weil Qeschm in der Straße von Hormus liegt. Bei einer US-Anlandung würden die Iraner allerdings sofort mit massiven Angriffen reagieren.
Als zweites Ziel könnten die US-Marines versuchen, die iranische Insel Kharg zu besetzen. "Das macht noch viel weniger Sinn." Eine Militäroperation aus der Luft sei für die Einnahme notwendig. Außerdem gebe es keine Deckungsmöglichkeiten. "Und die Soldaten würden auf ungefähr 30 Millionen Liter Rohöl sitzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas in die Luft geht, wäre sehr hoch", warnt Klemens Fischer.
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Wie es mit der Straße von Hormus weitergehen könnte
Für Unruhe haben Meldungen gesorgt, dass der Iran ein Mautsystem in der Straße von Hormus etablieren und die Einnahmen mit Oman teilen will. Die New York Times berichtet, das Geld wolle der Iran für den Wiederaufbau von Infrastruktur verwenden, die bei US-israelischen Angriffen beschädigt worden sei. Gemäß dem Völkerrecht gehöre die Straße von Hormus dem Iran und Oman, sagt der Experte. Deshalb wäre ein solches Vorgehen möglich. Eine sinnvolle Alternative könnte es jedoch sein, die Straße von Hormus unter die Verwaltung einer internationalen Behörde zu stellen, so wie es beim Panamakanal der Fall ist.
Welche Optionen die USA und der Iran noch haben
Nach Ablauf des Ultimatums an den Iran Mittwochfrüh um 2:00 Uhr (MESZ) werden die USA nach Aussage von Präsident Donald Trump alle iranischen Kraftwerke und Brücken zerstören. Trotz dieser präzisen Drohung sei es noch möglich, das Ultimatum zu verschieben, sagt der Professor für Internationale Studien und Geopolitik. Es gebe viele Konflikte, bei denen eine Lösung durch Verhandlungen in letzter Minute erfolgt sei. Daran müsse auch der Iran ein Interesse haben: "Trump hat gesagt, dass er völkerrechtswidrig zivile Ziele angreifen wird." Damit würden die USA der iranischen Bevölkerung schaden, die man eigentlich gegen das Mullah-Regime unterstützen wollte. Allerdings schlussfolgert Klemens Fischer: "Sowohl der Iran als auch Trump selbst, haben sich massiv in die Ecke gedrängt."
Krieg im Nahen Osten ++ USA und Iran prüfen Vorschlag zur Fristverlängerung ++
Pakistans Premierminister Sharif hat US-Präsident Trump aufgerufen, sein Ultimatum an Iran um zwei Wochen zu verlängern. Die USA und Iran wollen den Vorschlag prüfen. Derweil veru…