Europas Untergrund ist in Bewegung: So gefährlich sind Vulkane und Erdbeben bei uns

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Vor allem in Südostasien hat es in den letzten 200 Jahren heftige Vulkanausbrüche gegeben. In Kontinentaleuropa war es dagegen ruhig – aber auch hier leben wir auf unbeständigen Landmassen, das zeigt der Blick noch weiter zurück. Pompeji ist sicherlich das berühmteste Beispiel für einen großen Vulkanausbruch in Europa.

Vulkane auch im Südwesten

In der Vulkaneifel haben im Januar Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie eine sogenannte Magma-Kammer entdeckt. Nach Angaben der Wissenschaftler gibt es etwa zwischen Kelberg, Ulmen und Bad Bertrich flüssiges Gestein und Gase. Das sei ein Hinweis auf aktive Vulkane. Sie hatten eigentlich erwartet, dass es bereits erstarrtes Magma in der Vulkaneifel gibt. Das heiße, flüssige Gestein zwischen Ulmen und Kelberg sei bei früheren Untersuchungen offenbar übersehen worden. Eine Gefahr für die Region sei diese Magma-Kammer allerdings nicht, so die Forscher. Ein Vulkanausbruch sei nicht zu erwarten, weil das Magma wahrscheinlich abkühle, ehe es aufsteigen kann.

Gefahr am Mittelmeer am Größten

Anders ist das am Mittelmeer. Dort mussten jüngst wegen einer Serie von Erdbeben Tausende Menschen von der griechischen Insel Santorini fliehen. Medien berichteten von einem Ansturm auf Fähren und Flugzeuge. Die Menschen befürchten, dass noch ein großes Beben bevorsteht. Wissenschaftler warnen auch davor, dass der Unterwasservulkan Kolombos durch die Beben aktiviert wird. Er hatte zuletzt im Jahr 1650 schwere Schäden im gesamten östlichen Mittelmeer angerichtet.

Europa muss seinen Untergrund genau beobachten

Wie groß ist also die Gefahr von großen Erdbeben und Vulkanausbrüchen in Europa? Darüber hat SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel mit Joachim Ritter gesprochen, er ist Geophysiker und Professor am Geophysikalischen Institut des Karlsruher Instituts für Technologie und sagt: Vor allem die Bevölkerungsdichte in Europa und gerade am Mittelmeer könnte uns zum Verhängnis werden. Um rechtzeitig warnen zu können, brauche es genaue Beobachtungen dessen, was unter uns geschieht.