Frist für Behörden abgelaufen

Pflicht zum digitalen Passfoto: Wenn das Aufnahmegerät ausgerechnet bei Kindern an seine Grenzen kommt

Behörden in BW sollen ab August nur digitale Passbilder annehmen. Zuletzt gab es auf den Ämtern allerdings Probleme mit Technik und Lieferzeiten. So sieht es zum Stichtag in den Kommunen aus.

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Stand

Von Autor/in Hendrik Huber, Luca Mader

Ausgedruckte Passfotos gehören in den Passämtern Baden-Württembergs der Geschichte an - zumindest offiziell. Der 1. August markiert nämlich das Ende der Übergangsfrist, zu der die Behörden nur noch die digitale Variante der Bilder annehmen dürfen. Hauptgrund für die Umstellung ist, die Bilder fälschungssicherer zu machen.

Viele Rathäuser und Bürgerbüros haben daher in der Vergangenheit Foto-Aufnahmegeräte angeschafft, mit denen die Bürgerinnen und Bürger ihre Fotos direkt vor Ort machen können. Zwar gab es in der Vergangenheit häufig IT- und Lieferschwierigkeiten, zum Stichtag scheinen viele Kommunen aber bereit zu sein.

Diese Kommunen sind mit Fotogeräten ausgestattet

In Freiburg gebe es die Geräte "schon lange", sagt ein Sprecher der Stadt auf SWR-Nachfrage. Zwar habe es im Mai technische Schwierigkeiten gegeben, mittlerweile seien diese aber behoben. Auch in Horb am Neckar (Landkreis Freudenstadt) ist sowohl das Bürgerbüro als auch die Ausländerbehörde mit den Fotoapparaten ausgerüstet, wie die Stadt bestätigte.

Das Tübinger Bürgerbüro Stadtmitte sowie das Ausländeramt sind nach Angaben der Stadt ebenfalls schon mit entsprechenden Apparaten ausgestattet. "Die Auslieferung an die Außenstellen hat noch nicht stattgefunden", räumt eine Sprecherin allerdings ein. Die Bundesdruckerei liefere jedoch laufend Fotogeräte aus.

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Die Bürgerservice-Zentren Süd und Mitte verfügen laut einem Sprecher der Stadt Mannheim schon "seit Jahren" über sogenannte Selbstbedienungsterminals. Diese könnten auch zur Aufnahme von digitalen Bildern verwendet werden. Für die Stadtteilbürgerservices Käfertal und Neckarstadt gebe es zudem neue Fotoautomaten, diese konnten wegen technischer Probleme allerdings noch nicht in Betrieb genommen werden. Das solle im Laufe der "nächsten Wochen" behoben werden.

Doch nicht nur Städte, auch kleinere Kommunen ziehen bei der Umstellung mit. So will auch die Gemeinde Leutenbach (Rems-Murr-Kreis) einen neuen Fotoautomaten im Rathaus zu installieren. Ende Juli hieß es im dortigen Amtsblatt allerdings, dass ein Teil des Geräts von der Bundesdruckerei noch nicht eingetroffen sei.

Schwäbisch Hall verzichtet auf Geräte - das ist die Alternative

Die Stadt Schwäbisch Hall verzichtet hingegen sowohl im Bürgeramt als auch in der Ausländerbehörde darauf, Fotoautomaten aufzustellen. Stattdessen verweist eine Sprecherin auf einen alternativen Weg, der auch in anderen Kommunen gangbar ist.

Bürgerinnen und Bürger können ihr Passbild nämlich auch von einem zertifizierten Fotografen oder einer zertifizierten Einrichtung, darunter fallen auch bestimmte Drogeriemärkte, aufnehmen lassen. Statt eines ausgedruckten Fotos bekommen sie dann einen verschlüsselten Code, der nur im Passamt ausgelesen werden kann. "Bürgerinnen und Bürger sollten daher bedenken, dass ohne Vorlage des QR-Codes keine Beantragung möglich ist", so die Sprecherin. Man wolle damit "Auswirkungen" auf das städtische Fotografen-Gewerbe ausschließen.

Das halten die Kommunen von der Umstellung

Den Umstieg auf digitale Passbilder finden die Städte und Gemeinden grundsätzlich gut. "Das Angebot, ein Bild digital zu erstellen, gibt es beim Bürgerbüro Stadtmitte schon seit einigen Jahren - mit positiver Resonanz", sagt eine Sprecherin der Stadt Tübingen. Es biete den Vorteil, dass ausgedruckte Bilder nicht extra wieder eingescannt werden müssten.

Diesen Aspekt betont auch der Sprecher Freiburgs. Der Prozess gehe jetzt schneller, was den Bürgerinnen und Bürgern entgegenkomme. In Mannheim wird zudem gelobt, dass die Rechtsssicherheit durch die Umstellung verbessert werde. Menschen würden so daran gehindert, gefälschte Fotos zu verwenden.

Kritischer wird die Sache in Horb gesehen. Denn die Bilder könnten leider nicht mitgenommen werden, dafür brauche es noch immer den Besuch in einem Fotogeschäft oder einer Drogerie, heißt es von Seiten der Stadt.

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Fotoautomaten von Kindern kaum nutzbar - das sagen die Städte

Die Fotogeräte kommen bei jungen Kindern allerdings an ihre Grenzen. Denn um ein Bild aufzunehmen, müssen die Fotografierten längere Zeit ruhig sitzen bleiben und spezielle Bewegungen mit dem Kopf und den Augen machen - bei Kleinkindern ist das kaum möglich.

Laut eines Sprechers der Stadt Tübingen soll "zeitnah" eine Möglichkeit eingeführt werden, die Fotoaufnahme manuell zu steuern - damit sollen auch Aufnahmen von kleinen Kindern möglich sein. Auch in Freiburg setzt man auf die Technik. "Kinder sind Kinder. Es soll künftig technische Lösungen geben, etwa: Der oder die Erwachsene hält das Kind auf dem Arm und wird später aus dem Foto ,rausgelöscht’", so ein Sprecher. Bislang sei das aber noch nicht ausgereift.

Eine technische Lösung, die aktuell auch schon existiert, hat jedoch noch keine Kommune zu bieten. Daher empfiehlt beispielsweise die Stadt Mannheim, Passfotos kleiner Kinder bei einem zertifizierten Fotodienstleister machen zu lassen.

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Hendrik Huber
SWR-Volontär Hendrik Huber
Luca Mader
SWR Aktuell-Redakteur Luca Mader

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