Nach 58:52 Minuten erreicht der erste Läufer das Ziel. Omar Tareq, Gewinner des diesjährigen Freiburg Marathons, hat auch beim traditionellen Schluchseelauf gewonnen. Bis der langsamste Läufer die Ziellinie überquert, vergehen noch rund drei Stunden. Dazwischen: 3150 Läuferinnen und Läufer.
Sein 39. Schluchseelauf: Erich Faist war jedes Mal dabei
Einer von ihnen ist Erich Faist. Der 68-Jährige aus Bad Rippoldsau-Schapbach fährt für den Lauf jedes Mal eine Stunde nach Schluchsee (Breisgau-Hochschwarzwald) – und hat noch bei keiner Ausgabe gefehlt. Es ist sein 39. Schluchseelauf. In diesem Jahr läuft er erstmals wieder die volle Distanz von 18,6 Kilometern. Wegen einer Kniearthrose trägt er eine Teilprothese; zuvor war er wegen Knieschmerzen auf die zehn Kilometer ausgewichen.
Man ist nie allein, die Atmosphäre ist immer großartig.
Dass er heute keine Probleme hat, liegt wohl nicht nur an der neuen Streckenführung mit weniger Höhenmetern. Die Operation ist geglückt – und er überglücklich, endlich wieder die lange Strecke laufen zu können.
„In der Natur um den See zu laufen, ist einfach toll", sagt Faist, der seit mehr als 40 Jahren läuft. Den Fünf-Minuten-Schnitt hält er durch: für die 18,6 Kilometer braucht er eine Stunde und 30 Minuten. Er ist sehr zufrieden mit sich. Zur Belohnung geht es nach dem Lauf ins Badeparadies Schwarzwald. Wohlverdient.
Alkoholfreies Bier, Kuchen und Pommes
Die Stimmung ist ausgelassen, das Wetter zum Laufen ideal: teils bewölkt, nicht zu warm, nicht zu kalt. Vom Ufer blitzen immer wieder bunte Shirts zwischen den Bäumen hervor. Im Zielbereich läuft Musik, die Läuferinnen und Läufer steuern direkt auf alkoholfreies Bier, Kuchen und Pommes zu.
Im vergangenen Jahr hatte das Orga-Team den Lauf pausiert, um ihn neu zu konzipieren. Vieles hat sich verändert: Internetauftritt, Läuferbetreuung, Strecke. Erstmals findet der Schluchseelauf an zwei Tagen statt, und die drei schnellsten Männer und Frauen im Hauptlauf erhalten ein Preisgeld. Mit dem neu ins Leben gerufenen Schluchsee-Fun-Firmenlauf über knapp fünf Kilometer soll auch ein neues Teilnehmerfeld angesprochen werden. Am Samstag war zudem ein Team des Fördervereins Special Olympics Hochrhein am Start.
Der traditionelle Lauf soll so zum Lauf-Happening für alle Begeisterten werden. „Bisher war das eher eine Hardcore-Laufveranstaltung. Wir wollten diesmal eine neue, breitere Zielgruppe erreichen", sagt Organisator Ralf Schäuble. „Mehr Erlebnis, mehr Fun, mehr Stimmung, mehr Spitzensport." Das Comeback wertet er als gelungen – und freut sich schon auf die 40. Ausgabe im nächsten Jahr.
Keine Verletzten oder medizinische Einsätze laut Veranstalter
Dieses Jahr nahmen fast 1.000 Läuferinnen und Läufer mehr als noch bei der vergangenen Ausgabe vor zwei Jahren teil. Über beide Tage haben sich insgesamt 5.000 Personen angemeldet. Verletzte oder medizinische Einsätze gab es laut Veranstalter keine.