Ehemalige Leiterin der Antarktis-Station Neumayer III

Ärztin Julia Gutting - Von der Antarktis zurück in Südbaden

13 Monate lang war Julia Gutting aus Emmendingen Leiterin der Forschungsstation Neumayer-III in der Antarktis. Jetzt ist die in Ravensburg arbeitende Ärztin zurück in Südbaden.

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Von Autor/in Robert Wolf

Julia Gutting ist erst seit kurzem wieder zurück in der Zivilisation. Kurz vor Weihnachten ist die Ärztin der Oberschwabenklinik Ravensburg wieder in Deutschland gelandet. Die ersten Tage hat sie bei ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Emmendingen verbracht. Vom antarktischen Sommer mit "nur" minus zehn Grad in den deutschen Winter mit vergleichsweise milden Temperaturen um die null Grad. Auch ihre Nase muss sich erstmal an die neue Umgebung gewöhnen.

Viele neue Eindrücke nach 13 Monaten Antarktis

"Die Antarktis riecht ja nicht, darum nimmt man hier die feinsten Gerüche wahr", so beschreibt es Julia Gutting. Besuche in der Stadt mit dem ganzen Zivilisations-Rummel und den vielen neuen alten Sinneseindrücken sind daher noch anstrengend für die Medizinerin.

"Nach einer halben Stunde ist man einfach platt", sagt Gutting. Nach über einem Jahr Antarktis bekomme sie zum Beispiel auf einem Weihnachtsmarkt in kurzer Zeit so viele Eindrücke, dass sie das gar nicht lange aushalten könne. Südbaden ist eben völlig anders als die Antarktis, in der sie regelmäßig minus 30 Grad und 24 Stunden Dunkelheit im Polarwinter erlebt hat.

Polarlichter am Himmel als Highlight

Besonders eindrücklich waren für Julia Gutting die Polarlichter. "Das waren unglaubliche Farben, die ich am Himmel so noch nie gesehen habe. Rosa, lila, orange - der Wahnsinn." Und da es in der Antarktis kaum etwas gebe, was den Blick versperre, habe sie das Naturschauspiel im 180 Grad-Panorama genießen können, schwärmt sie.

Doch Julia Gutting war nicht nur zum Staunen in der Antarktis. Ihre Hauptaufgabe war es, sich um die Gesundheit der bis zu 50 Forschenden und Technikern zu kümmern. Und direkt vor der Haustür: die größte Kaiser Pinguin-Kolonie der Antarktis. Rund 26.000 Tiere.

Leben und Arbeiten unter Extrembedingungen

Fernab von der Zivilisation hatte das Team von Neumayer III aber auch einen geregelten Alltag. Neben der Arbeit unter Extrembedingungen, wie teilweise fast minus 50 Grad und tagelangen Schneestürmen, gab es auch dreimal die Woche Sport, freitags Putzparty und am Sonntag schauten sie gemeinsam den Tatort. Das gehe nur mit einem guten Teamspirit, erzählt sie.

"Ich habe mich tatsächlich niemals einsam gefühlt", berichtet Julia Gutting. Es sei eher wohlig und aufgehoben gewesen, so die Ärztin. Ihr Beruf führt sie demnächst auch wieder raus in die Welt. Im nächsten halben Jahr begleitet Gutting eine Schiffs-Exkursion als Ärztin. Und im Sommer geht es dann zurück an ihre alte Arbeitsstätte, die Oberschwabenklinik in Ravensburg.

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Robert Wolf
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