Rund 1.700 Teilnehmende erwartet

Mit kostenloser Rechtsberatung - Deutscher Anwaltstag in Freiburg offiziell eröffnet

Wie sieht die Zukunft der Juristerei aus? Dieser Frage widmet sich der Deutsche Anwaltstag 2026 in Freiburg. Teil des Programms ist auch eine kostenlose Rechtsberatung.

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Stand

Von Autor/in Nikolaus Rhein

Fachvorträge, kostenlose Rechtsberatung, Netzwerken in der Justiz - all das bietet der Deutsche Anwaltstag 2026. Am Donnerstagvormittag wurde der vom Deutschen Anwalt Verein (DAV) veranstaltete Juristenkongress bei der Freiburger Messe offiziell eröffnet. Bereits seit Montag fanden zahlreiche Online-Veranstaltungen im Rahmen des Anwaltstages statt.

Der Deutsche Anwaltstag ist eine der wichtigsten Zusammenkünfte von Anwälten in Deutschland - 1871 tage der Kongress zum ersten Mal. Seit 1999 findet er jedes Jahr statt. Neben Anwälten werden auch Vertreter aus Politik und Rechtswissenschaft in Freiburg dabei sein. Erwartet werden rund 1.700 Teilnehmende.

Wie verändert KI die Juristerei?

Unter dem Motto "Anwaltschaft im Aufbruch - Zukunft gestalten." finden am Donnerstag und Freitag zahlreiche Fachvorträge und Diskussionen zu rechtlichen Themen statt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die Arbeit in der Rechtsbranche künftig verändert. Ein wichtiges Thema dabei: Künstliche Intelligenz - sei es in Bezug auf KI-gestützte Rechtsberatung, Deepfakes, Online-Klageverfahren oder Cybersecurity.

Kostenlose Beratung am Sozialgericht

Neben den Vorträgen und Diskussionen gab es am Donnerstag auch eine kostenlose Rechtsberatung zu sozialrechtlichen Themen am Sozialgericht Freiburg. Von 15 bis 18 Uhr konnten sich Interessierte zu konkreten Fragen des Sozialrechts von Anwälten des DAV vertraulich beraten lassen - zum Beispiel zu Wohngeld-Fragen oder zu Rechten von Menschen mit Behinderung. Eine Anmeldung war nicht erforderlich.

Die Stiftung Forum Recht hat das Angebot zusammen mit dem Deutschen Anwaltverein organisiert. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat hierbei unterstützt. Insgesamt standen sieben Anwältinnen und Anwälte in drei Räumen bereit, um Beratungen anzubieten.

In immer mehr Ländern werden Anwälte bedroht

Der Anwaltstag beschäftigt sich auch mit gesellschaftlichen und politischen Fragen. In immer mehr Ländern werden Anwälte bedroht und verfolgt, etwa in der Türkei. Was können deutsche Organisationen dazu beitragen, dass Anwälte im Ausland besser unterstützt werden? Welche Verantwortung trägt die Anwaltschaft, wenn es darum geht, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen? Auch über diese Fragen wird auf dem Anwaltstag diskutiert.

Die Justizreporter*innen Rechtsstaat im Fokus - auf dem Anwaltstag in Berlin

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind angreifbar: Das zeigt der Blick zu europäischen Nachbarn wie Ungarn und Polen. Autokraten und rechtspopulistische Regierungen greifen die Unabhängigkeit der Justiz an. Sie setzen damit die Rechtsstaatlichkeit immer mehr unter Druck. Der Deutsche Anwaltverein sieht die Gefahr, dass dies irgendwann auch in Deutschland passieren könnte, wenn sich die politischen Verhältnisse hierzulande ändern. Deshalb findet der diesjährige Deutsche Anwaltstag unter dem Motto „Rechtsstaatlichkeit stärken – Freiheit bewahren“ statt. In vielen Seminaren und Diskussionen geht es um genau dieses Thema: Wie können die Gerichte und die Behörden widerstandsfähig bleiben gegen autokratische Übergriffe? Ebenfalls ein brisantes Thema: Das Verwaltungsgericht Berlin erklärt die Zurückweisungen an der Grenze für rechtswidrig. Die Regierung will damit aber trotzdem weitermachen. Über diese Themen sprechen die Justizreporter*innen Kolja Schwartz und Alena Lagmöller mit Stefan von Raumer, dem neuen Präsidenten des Deutschen Anwaltvereins. Außerdem im Gespräch: Rechtsanwältin Ulrike Silbermann über die Frage, welche Rolle die Anwaltschaft im Kampf gegen den Extremismus spielt - und wie bedroht Anwälte selbst sind.

Die Justizreporter*innen "Nachhaltigkeit und Klimaschutz" - Deutscher Anwaltstag 2023

„Mit Recht nachhaltig“ – das ist das Motto des Deutschen Anwaltstags in Wiesbaden. Der Anwaltstag ist ein großer Fachkongress, der jährlich stattfindet, diesmal mit rund 2.000 Teilnehmern: vorwiegend Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, aber auch Vertreter aus Justiz, Politik und Wissenschaft, Jurastudentinnen und -studenten. Auf dem Anwaltstag wurde das Thema Nachhaltigkeit vielfältig thematisiert: Inwieweit kann ich den Klimaschutz als Menschenrecht geltend machen? Wie kann Umwelt- und Klimaschutz vor den Gerichten durchgesetzt werden? Wie schaffe ich es als Anwaltskanzlei, nachhaltiger zu werden, sprich mehr für den Klimaschutz zu tun? Wie können auch Anwält*innen als Dienstleister die vorhandenen Ressourcen möglichst schonend nutzen? Die Justizreporter*innen Elena Raddatz und Klaus Hempel waren vor Ort in Wiesbaden und haben mit Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen und Rechtsanwalt Stefan von Raumer über die Besonderheiten von Klimaklagen insbesondere am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gesprochen. Außerdem berichten uns Ira Tsoures, Rechtsanwältin bei einer Berliner Großkanzlei, und Jan Lukas Kemperdiek, Rechtsanwalt bei einem Mittelständler, über die Herausforderung, eine Anwaltskanzlei nachhaltig zu führen.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Nikolaus Rhein
Nikolaus Rhein ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Freiburg.

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