Außergewöhnliche Tierliebe

Frau aus Lörrach teilt sich ihr Wohnzimmer mit 40 Vogelspinnen

Anke Bühler hat früher panische Angst vor Spinnen gehabt. Heute leben 40 Vogelspinnen bei ihr zu Hause und sie liebt jede einzelne von ihnen.

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Von Autor/in Judith Hartmann

Vor den schwarzen Krabbeltieren mit den langen Beinen ekeln sich viele Menschen. Taucht eine Spinne in der Wohnung auf, wird geschrien - oder gleich der Staubsauger geholt. So ging es auch Anke Bühler aus Lörrach. Doch inzwischen ist das anders. Aus ihrer Angst vor Spinnen ist heute eine regelrechte Spinnen-Liebe geworden. Mittlerweile leben 40 Vogelspinnen bei ihr zu Hause.

Video von Springspinne verändert alles

Noch vor zweieinhalb Jahren hat Anke Herzrasen, Schweißausbrüche und Panik bekommen, wenn eine Spinne in ihrer Wohnung aufgetaucht ist. "Also eine Spinne zu sehen, war für mich schon ein riesiges Problem, geschweige denn, eine zu berühren oder überhaupt nur in die Nähe zu kommen", erzählt Anke.
Doch durch einen Zufall entdeckte Anke in den sozialen Medien ein Video von einer Springspinne. Die Springspinne hatte große Kulleraugen und war winzig klein. Ein besonderer Moment für Anke, denn sie fand zum ersten Mal eine Spinne so richtig niedlich.

Sogar so niedlich, dass Anke beschloss, etwas gegen ihre panische Angst vor Spinnen zu tun. Sie kaufte sich eine echte, kleine Springspinne. Von Tag zu Tag fand sie ihre neue Mitbewohnerin süßer. Und die Spinnen-Angst? Die wurde auch immer weniger, denn Spinnen fand Anke auf einmal richtig interessant. Wenige Wochen später zog die erste Vogelspinne bei ihr ein.

Von der Phobie zur großen Spinnen-Liebe

In Ankes Wohnzimmer leben heute 40 Vogelspinnen, alle in einzelnen Terrarien. Vielen ihrer Spinnen hat sie einen Namen gegeben. So heißt eine pechschwarze Spinne "Black Pearl – schwarze Perle". Eine andere mit orangenen Haaren nennt Anke "Möhrli". Dass Anke inzwischen eine echte Spinnenliebhaberin ist, merkt man auch an den vielen Büchern über Spinnen, den Kuscheltier-Spinnen auf ihrem Sofa und an Ankes Spinnen-Tattoos. Ihre Faszination für Spinnen ist inzwischen so groß, dass sogar der Fernseher weichen musste. "Wenn man 40 Vogelspinnen hat, braucht man eigentlich auch keinen Fernseher, weil ich liebe es dann wirklich, meine Tiere zu beobachten", sagt Anke. Auf die Hand nimmt Anke die Spinnen nur sehr selten. Die meisten ihrer Arten sind zu gefährlich, und Anke möchte die Tiere nicht stören.

Eine Vogelspinne mit organenen Haaren sitzt in einem Terrarium.
Anke Bühler nennt ihre Lieblingsspinne mit den leuchtend orangenen Haaren „Möhrli“.

„Ich habe keinen Fernseher mehr, der musste weichen, weil immer mehr Spinnenterrarien kamen. Dann war kein Platz mehr für einen Fernseher."

Anke möchte anderen mit Spinnen-Angst helfen

Anke liebt Spinnen inzwischen so sehr, dass sie anderen zeigen möchte, wie faszinierend und liebenswert die Tiere eigentlich sind. Immer wieder lädt sie Menschen aus ihrem Umfeld zu sich ein, die sich ihrer Angst vor Spinnen stellen wollen. Dabei zeigt Anke ihnen oft als ersten Schritt eine Spinnenhaut. Diese bewahrt sie auf, wenn ihre Tiere sich häuten. Da sich Vogelspinnen mehrmals im Leben häuten, hat sie inzwischen eine umfangreiche Sammlung in verschiedenen Farben und Größen. Auf den ersten Blick sieht eine Spinnenhaut aus wie eine echte Spinne – und wer mutig ist, kann sie sogar auf die Hand nehmen.

Eine Haut von einer Vogelspinne.
Täuschend echt sieht die Haut einer Vogelspinne aus. Wenn sie gut erhalten ist, bewahrt Anke Bühler die abgestreifte Haut auf.

Manche Spinnen findet Anke trotzdem noch eklig

Trotz ihrer Liebe zu Vogelspinnen gibt es eine Spinnenart, die Anke immer noch gruselig findet: Zitterspinnen. Das sind die kleinen, dünnbeinigen Spinnen, die häufig in Zimmerecken sitzen. Anke kann sie inzwischen zwar einfangen und vorsichtig raussetzen, aber ein bisschen mulmig wird ihr dabei immer noch. "Das liegt vermutlich an den nackten Beinen, weil mir die haarigen Beine der Vogelspinnen deutlich besser gefallen", sagt Anke.

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