Bekannteste Giftschlange Deutschlands

Scheu und bedroht: Lebensraum der Kreuzotter im Südschwarzwald soll erhalten bleiben

Die bekannteste Giftschlange Deutschlands wird immer seltener. Auch im Südschwarzwald. Das Regierungspräsidium Freiburg will den Lebensraum der Kreuzotter in der Region erhalten.

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Von Autor/in Robert Wolf, Christof Gerlitz

Um eine Kreuzotter zu sehen, braucht es großes Glück. Denn die Tiere sind nicht nur scheu, sie werden auch immer seltener. Im Südschwarzwald gibt es beispielsweise nur noch drei Orte mit größeren Vorkommen. Einer davon ist der Stadtrand von Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald).

Die Kreuzotter mag Bahndämme als Lebensraum

Eine Kreuzotter ist genügsam. Grobe Steine, freie Flächen und viel Unterschlupf - mehr braucht die kleine giftige Schlange nicht. Ihr idealer Lebensraum sind deswegen unter anderem Bahndämme. Der Lärm durch die vorbeifahrenden Züge stört sie dabei übrigens nicht: Kreuzottern sind nämlich taub.

Eine Kreuzotter liegt im Gras an einem Bahndamm in Neustadt.
Eine Kreuzotter liegt im Gras an einem Bahndamm in Neustadt. Die scheuen Tiere werden im Südschwarzwald immer seltener. J. Hirsch / Büro BHM

Da auch im Schwarzwald immer mehr Fläche versiegelt wird, schrumpft der Lebensraum der Kreuzotter auch in Südbaden. Neue Siedlungen, Gewerbegebiet oder Straßenbau machen den Tieren zu schaffen. Ein Forschungsprojekt im Regierungspräsidium Freiburg will nun die Lebensräume der Kreuzottern optimieren.

Für das Projekt werten die Forschenden große Datenmengen aus. Am Ende sollen Rückzugsorte wie Bahndämme für die Kreuzotter erhalten und verbessert werden. Die Forschenden wollen auch Wissenslücken schließen und den Menschen die Angst vor der bekanntesten Giftschlange Deutschlands nehmen

Die haben mehr Angst vor uns, als wir vor ihnen.

Eine Kreuzotter ist giftig, trotzdem aber eher ungefährlich

Obwohl die Kreuzotter eine giftige Schlange ist, gilt sie für den Menschen als ungefährlich. Die Schlangen sind sehr scheue Tiere und gehen uns aus dem Weg. Der Biss einer Kreuzotter gilt nur für stark geschwächte Menschen als gefährlich oder lebensbedrohlich. Meistens gibt es nach einem Biss keine Beschwerden. Einen Arzt sollte man nach einem Kreuzotterbiss dennoch aufsuchen.