Kein Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte

Diskussion um Mindestlohn: BLHV sieht Obst- und Gemüseanbau in Gefahr

15 Euro Mindestlohn für die Beschäftigten im Obst- und Gemüseanbau? Der größte Verband für Landwirte in Südbaden ist dafür, aber nur mit Ausnahmen.

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Stand

Von Autor/in Vanessa Amann

Am Freitag entscheidet sich in Berlin, ob der Mindestlohn auf 15 Euro ansteigen wird. Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) in Freiburg fordert in Sachen Mindestlohn eine Sonderregelung für Saisonarbeitskräfte. Ansonsten könnte die heimische Erdbeer- und Spargelproduktion gefährdet sein, so der Verband am Montag.

BLHV: Der Anbau von Wein oder Spargel brauche viele Saisonarbeitskräfte

Um Himbeeren, Spargeln oder Erdbeeren zu ernten, braucht es viele Arbeitskräfte. Denn hier kann wenig mit Maschinen gearbeitet werden. Daher sind diese Kulturen besonders auf Saisonarbeitskräfte angewiesen, so Bernhard Bolkart, Präsident des BLHV.

Sonderkulturen wie Wein und Spargel machen unsere Region und unsere Landwirtschaft in Südbaden aus.

Höherer Mindestlohn? Dann würde es weniger Spargel geben, sagen Landwirte

Lohnt sich also der Erdbeeranbau noch, wenn der Lohn von derzeit 12,82 Euro auf 15 Euro für alle Beschäftigten ansteigt? Die badischen Landwirte sagen: "Eigentlich nicht." Deshalb fordert der BLHV, dass Saisonarbeitskräfte von einem möglichen neuen Mindestlohngesetz ausgeschlossen werden.

Aktuell gilt das Mindestlohngesetz auch für Saisonarbeitskräfte. Diese sind oft kurzfristig beschäftigt, meist für maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr.

Wenn die Löhne ansteigen, seien gerade kleinere und mittlere Betriebe negativ betroffen, so der BLHV. Die Produktionskosten könnten nicht einfach an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden. Dann sei man nicht mehr konkurrenzfähig.

Wenn regionale Betriebe aufgeben, gefährdet das nicht nur die Versorgung mit frischen Lebensmitteln, sondern auch Arbeitsplätze und die bäuerliche Existenz.

Präsident und Vizepräsidenten des BLHV bei einer Pressekonferenz.
Der BLHV machte den Mindestlohn bei einer Pressekonferenz zum Thema.

Mindestlohn gestiegen, Lebenserhaltungskosten aber auch

Der Mindestlohn gilt seit zehn Jahren in Deutschland. Der erste Mindestlohn betrug 8,50 Euro die Stunde. Seitdem sind auch die Lebenshaltungskosten in Baden-Württemberg angestiegen: seit 2010 um etwa 30 Prozent. 

Plusminus. Mehr als nur Wirtschaft. Mindestlohn – verkraftet die Wirtschaft 15 Euro?

15 Euro Mindestlohn? Die SPD will das durchsetzen. Doch Unternehmen fürchten, dass sich die Wirtschaft dann nicht erholt. Und dass das Leben für uns alle teurer wird. Stimmt das? Oder könnte ein höherer Mindestlohn der Wirtschaft sogar nützen?
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Plusminus-Recherchen zeigen, dass der derzeitige Mindestlohn eigentlich zu niedrig angesetzt ist. Doch es gibt Zweifel, ob die Wirtschaft eine Erhöhung auf 15 Euro verkraften könnte. In der aktuellen Folge des Plusminus Podcasts zeigen die Hosts Anna Planken und David Ahlf, welche Folgen eine solche Erhöhung haben könnte. Für Unternehmer, Landwirte, Handwerksbetriebe. Aber auch für uns Verbraucher.
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Links und Qullen:
Plusminus TV-Beitrag: Mindestlohnerhöhung und ihre Folge
https://www.ardmediathek.de/video/plusminus/mindestlohnerhoehung-und-ihre-folgen/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3BsdXNtaW51cy80MmJlZDE2NC03NTk2LTQ1MzktODE2NS0yOTI1Yjg2YWIxOTI
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Statistisches Bundesamt: 1,3 Millionen weniger Niedriglohnjobs von 2014 bis 2024
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https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/02/PD25_047_623.html
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Reden über Geld – plusminus Podcast
https://www.ardaudiothek.de/episode/plusminus-mehr-als-nur-wirtschaft/let-s-talk-about-sex-redet-lieber-ueber-geld/ard/14344279/
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Die Bundesregierung – Mindestlohn, ein Überblick https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/mindestlohn-faq-1688186#:~:text=Wer%20entscheidet%20%C3%BCber%20eine%20Anpassung,der%20Mindestlohn%20angepasst%20werden%20sollte.
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Institut Arbeit und Qualifikation, Uni Duisburg Essen – Entwicklung des Mindestlohns seit 2015
https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Einkommen-Armut/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIII4b.pdf
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Das Team:
Hosts: Anna Planken & David Ahlf
https://www.instagram.com/anna.planken/
https://www.instagram.com/davidihrswisst/
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Autor: Julian Gräfe
Redaktion: Tamara Land
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Ihr habt Fragen, Feedback oder Ideen? Schreibt uns an: plusminuspodcast@ard.de
Der Podcast "Plusminus. Mehr als nur Wirtschaft" ist eine Gemeinschaftsproduktion von BR, HR, SWR und WDR.
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Unser Podcast-Tipp: Im Grünen Bereich – Der NDR Gartenpodcast
„Im Grünen Bereich“ – hilft euch dabei, dass beim Thema Garten und Pflanzen wieder alles im grünen Bereich ist. Leicht verständlich, unterhaltsam und für alle - egal ob mit grünem Daumen oder ohne. Für Gartenneulinge, Fensterbankpflanzer und Balkonkasten-Profis. „Im grünen Bereich – der NDR Gartenpodcast“ – jede Woche eine neue Folge in der ARD Audiothek.
https://www.ardaudiothek.de/sendung/im-gruenen-bereich-der-ndr-gartenpodcast/74769062/

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Bis Juni muss die Mindestlohnkommission über die neue Lohnuntergrenze entscheiden. Laut Koalitionsvertrag sind 15 Euro pro Stunde in 2026 "erreichbar" - aber daran gibt es Kritik.

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