In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde in Riegel am Kaiserstuhl (Kreis Emmendingen) ein Nandu-Weibchen gestohlen. Der südamerikanische Vogel ähnelt einem kleinen Strauß und kann nicht fliegen. Ein Ausbruch des Vogels schließen der Privatzüchter und die Polizei aus.
Nandus mehrfach eingezäunt - trotzdem verschollen
Bis zuletzt hielt Züchter Sven Willmann noch sechs Nandus gemeinsam mit Gänsen, Hühnern und Enten in einem Gehege auf seinem Privatgrundstück. Am Sonntagmorgen entdeckte er dann einen Haufen Federn vor dem Tor des Geheges. Das Weibchen "Gretle" fehlte - obwohl die Vögel gleich mehrfach eingezäunt sind.
Das arme Mädchen. Was ist wohl mit dem passiert?
Kein Nandu-Weibchen, keinen Nachwuchs
Das Nandu-Weibchen hatte erst vor Kurzem Eier gelegt - der Züchter Sven Willmann rechnete mit Nachwuchs. Doch seit "Gretle" verschwunden ist, haben die brütenden Männchen ihre Nester verlassen. Die Eier sind beschädigt, an Küken ist nicht mehr zu denken.
Auch ein neues Nandu-Weibchen kann Willmanns Nandu-Zucht nicht kurzfristig helfen. Denn Nandus brauchen drei Jahre um geschlechtsreif zu werden. Die übrigen fünf Nandus im Gehege seien seit Sonntag in Aufruhr: Sie sollen am Zaun stehen und nach der verschollenen "Gretle" rufen, erzählt Willmann.
Privatzüchter hat schon weitere Nandu-Angriffe erlebt
Für den Privatzüchter ist der Diebstahl ein herber Schlag. Nicht nur, weil damit ein Jahrgang junger Nandus entfällt. Schon in der Vergangenheit hat Willmann Nandus verloren. Vor einigen Jahren sei einer seiner Nandus erschlagen worden. Kurz davor war ein anderer der Vögel vor einen Zug gelaufen. Doch Willmann will trotzdem weiter machen: "Ich will wieder neue Nandus übernehmen", kündigte Willmann gegenüber dem SWR an. In seinen Gehegen hält er aktuell rund 600 Tiere. "Weil ich Tiere liebe", sagt er.
Der Polizeiposten Endingen hat die Ermittlungen zu dem verschollenen Nandu aufgenommen und sucht Zeugen. Der Einbruch soll zwischen Samstagnachmittag und Sonntagmorgen in Riegel passiert sein.