Brand in März auf dem Malteser-Gelände

Mutmaßlicher Rettungswagen-Brandstifter in Freiburg steht vor Gericht

Er soll Rettungswagen in Brand gesteckt und einen Schaden von 450.000 Euro verursacht haben. Vor Gericht zeigt sich der 56-Jährige nun reumütig.

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Stand

Von Autor/in Charlotte Schönberger

Diese mutmaßliche Brandstiftung in Freiburg in den frühen Morgenstunden des 18. März 2025 hatte für Aufsehen gesorgt: Ein Mann soll drei Krankenwagen sowie ein PKW des Malteser-Hilfsdiensts angezündet haben. Dafür und für weitere Delikte muss sich der 56-Jährige seit Montagmorgen vor dem Landgericht Freiburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht bei ihm von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Kein Strafprozess gegen den Angeklagten

Die von der Staatsanwältin dieser Morgen im Gerichtssaal verlesene Anklageschrift ist umfangreich: Sie beginnt mit Beleidigungen und Widerstand gegen die Polizei – vor einer Bar in Emmendingen, einen Tag vor der Brandserie. Enden tut sie mit brennenden Müllcontainern in Freiburg und Rettungswagen auf dem Gelände des Malteser-Hilfswerks am 18. März. Es handelt sich nicht um keinen klassischen Strafprozess, da die Staatsanwaltschaft von einer bipolaren Störung mit manischen Episoden bei dem mutmaßlichen Täter ausgeht. Daher liegt ein sogenanntes Sicherungsverfahren vor. Das Gericht entscheidet nun, ob der Angeklagte dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss.

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Feuer hätte auf Pflegeheim übergreifen können

Die Staatsanwaltschaft betont, wie glimpflich die Situation auf dem Gelände der Malteser abgelaufen sei. Denn in den Fahrzeugen hätten sich zahlreiche Sauerstoffflaschen befunden - hätten diese Feuer gefangen, wäre die Situation eine andere gewesen. Auch weil sich in dem Nachbargebäude ein Pflegeheim befindet. Nur durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte hätte Schlimmeres verhindert werden können.

Angeklagter entschuldigt sich

Zu den Details der Anklage will sich der 56-Jährige nicht äußern. Doch eine Sache sei ihm wichtig: Ihm tue es leid was geschehen ist. Er könne sich an die Brandserie nicht erinnern. "Ich finde mich nicht wieder", betont er zu Beginn des Verfahrens.

Folgen des Brandes bis heute bei den Maltesern Freiburg spürbar

Die Malteser Freiburg spüren nach eigenen Angaben die Auswirkungen der Brandserie noch heute. Sabine Kuri, Bezirksgeschäftsführerin der Malteser Freiburg, sagte gegenüber dem SWR: "Das Feuer hat unseren Standort schwer getroffen". Die zerstörten Krankentransportwagen waren umfangreich ausgestattet – mit Defibrillatoren, Absaugpumpen, Sauerstoffflaschen und Patientenfahrtragen. Viele dieser Geräte haben eine Lieferzeit von mehreren Monaten. Die Fahrzeuge selbst weisen eine Vorlaufzeit von bis zu zwölf Monaten auf. Zeitweise konnten Fahrzeuge von anderen Malteser-Standorten eingesetzt werden. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 450.000 €.

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