Kohlefilter im Einsatz

Nach PFAS-Belastung: Leitungswasser im Elsass wieder trinkbar

Rund acht Monate lang galt "Trinken verboten" - jetzt ist das Leitungswasser rund um den EuroAirport im Dreiländereck wieder trinkbar. Zuvor war es mit PFAS-Chemikalien belastet.

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Von Autor/in Stephan Gaudry, France 3 Alsace

Sauberes Wasser kurz vor Weihnachten: Das Leitungswasser im Großraum Saint-Louis im Dreiländereck ist wieder unbedenklich. Die Präfektur des Département Haut-Rhin hat angekündigt, die seit dem 25. April 2025 geltenden strengen Einschränkungen aufzuheben. Rund 60.000 Menschen in sieben Kommunen waren von überhöhten Werten der sogenannten Ewigkeitschemikalie PFAS im Leitungswasser betroffen. Dank mobiler Wasseraufbereitungsanlagen der Wasserwerke konnte die Situation vor Ort nun geklärt werden.

Kohlefilter beheben PFAS-Verunreinigung

Seit dieser Woche ist es offiziell: Das Leitungswasser im Ballungsraum Saint-Louis liegt unter den Grenzwerten für den Gehalt an PFAS. Möglich wurde das durch den Einsatz von drei mobilen Wasseraufbereitungsanlagen der Wasserwerke. Entscheidend war dabei die Verwendung geeigneter Kohlefilter.

Eine Testreihe, die wir seit 2024 im Gemeindeverband Saint-Louis durchgeführt haben, hat uns ermöglicht, eine Kohle zu finden, die sowohl für das vorhandene Wasser als auch für eventuelle Verschmutzungen darin geeignet ist.

Mobile Wasseraufbereitungsanlagen mit Kohlefiltern sorgen wieder für sauberes Trinkwasser.
Mobile Wasseraufbereitungsanlagen mit Kohlefiltern sorgen wieder für sauberes Trinkwasser.

Die mobilen Einheiten kosteten 6,5 Millionen Euro, sind jedoch nur vorübergehend im Einsatz. Ab 2027 sollen feste Anlagen gebaut werden. Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro. Finanziert werden sie unter anderem vom französischen Staat, dem Gemeindeverband und der Wasserbehörde.

Auslöser PFAS: Flughafen nutzte Löschschaum

Der Ursprung der Wasserverschmutzung liegt in einem Stoff, der eigentlich Leben retten soll: Feuerlöschschaum. Am EuroAirport Basel-Mulhouse kam er bis 2017 regelmäßig zum Einsatz - zum Beispiel bei Übungen. Heute gilt er als Hauptquelle für die PFAS-Belastung im Umland.

Flughafendirektor Tobias Markert erklärte vor einigen Monaten: "Natürlich tragen wir eine Verantwortung, weil wir das mit verursacht haben." Rechtlich sehe sich der Flughafen jedoch auf der sicheren Seite: "Wir haben uns damals strikt an die geltenden Vorschriften gehalten und die Löschschäume verwendet, die verfügbar waren."

Auch wenn der EuroAirport offenbar nicht haftbar ist, kündigte er einen zusätzlichen Beitrag von zehn Millionen Euro an, um die PFAS-Verunreinigung zu beheben. Ob die Wasserpreise für Haushalte im Großraum Saint-Louis steigen werden, ist derzeit noch offen.

Auslöser des mit PFAS belasteten Grundwassers ist Löschschaum, der bei dieser Übung am EuroAirport zum Einsatz kam.
Auslöser des mit PFAS belasteten Grundwassers ist Löschschaum, der bei einer dieser Übungen am EuroAirport zum Einsatz kam.

PFAS-Konzentrationen bei EuroAirport-Anwohnern nachgewiesen

Im März dieses Jahres veröffentlichte der Verein zur Verteidigung der Anrainer des EuroAirport Basel-Mulhouse (ADRA) eine Studie, die hohe PFAS-Werte im Blut von Anwohnerinnen und Anwohnern des EuroAirports Basel-Mulhouse nachwies.

Die Bluttest-Ergebnisse zeigten PFAS-Konzentrationen von bis zu 20 Mikrogramm pro Liter Blut oder sogar mehr. Der Grenzwert liegt laut der Human Biomonitoring Initiative der EU jedoch bei fünf Mikrogramm pro Liter. Der Verein hoffte damals, mit der Blutanalysestudie die Behörden, die laut der Vereinigung weitgehend untätig seien, zu einer Reaktion zu bewegen.

Über das Trinkwasser rund um den EuroAirport berichtete die Sendung "Dreiland Aktuell" am 20.12.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg. 

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Weil am Rhein

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SWR Aktuell Baden-Württemberg mit Dreiland Aktuell SWR BW

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Stephan Gaudry, France 3 Alsace
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Paulina Flad
Foto von Paulina Flad
Anita Westrup
Anita Westrup ist Reporterin und Redakteurin im SWR Studio in Freiburg.

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