Prozessauftakt am Landgericht Rottweil

Mutmaßlicher "Reichsbürger" soll Kriegswaffen verkauft haben

Am Landgericht Rottweil ist ein Waffenhändler und mutmaßlicher "Reichsbürger" angeklagt. Er bestreitet rechtsextreme Verbindungen und gegen Waffengesetzte verstoßen zu haben.

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Stand

Am Landgericht in Rottweil hat am Dienstag ein Prozess um einen Waffenhändler aus Aldingen-Aixheim (Kreis Tuttlingen) begonnen. Er soll gegen mehrere Waffengesetze verstoßen haben. Am ersten Prozesstag bestreitet der Angeklagte die Vorwürfe jedoch teilweise.

Der heute 57 Jahre alte Mann soll unter anderem zwei Sturmgewehre verkauft haben. In Deutschland ist es verboten, Kriegswaffen an Privatpersonen zu verkaufen. "Das muss ich klar sagen, da habe ich nichts mit zu tun", dementiert er am Dienstag die Vorwürfe gegenüber dem Richter. Schon vergangenen März wurde ihm seine waffenrechtliche Lizenz entzogen.

Verstoß gegen die Aufbewahrungspflicht

Bei Durchsuchungen in den Geschäftsräumen und dem Wohnhaus des Angeklagten fanden die Behörden rund 1.000 Waffen- und Waffenteile. Außerdem soll er gegen Aufbewahrungspflichten verstoßen haben, so der Staatsanwalt bei der Anklageverlesung am Rottweiler Landgericht. "Ich muss keine Angst haben, dass mein Sohn was anlangt, weil er weiß, was das ist", argumentierte der Vater eines Zehnjährigen. Dennoch, den "Verwahrverstoß räumt er ein", meinte sein Verteidiger Uwe Brüggemann.

Angeklagter seit Juli in Haft

Die Auflage, keine Waffen mehr zu verkaufen und mit ihnen zu handeln, soll der Mann nicht eingehalten haben. Bei erneuten Kontrollen der Wohnung und des Geschäfts in Aldingen und im Schwarzwald-Baar-Kreis im vergangenen Sommer wurden die Behörden wieder fündig. Seit Juli sitzt der Angeklagte deshalb in Untersuchungshaft.

Mutmaßliche Verbindungen zur "Reichsbürger"-Szene

Bei dem 57-Jährigen könne es sich um einen "Reichsbürger" handeln, so die Waffenbehörde Spaichingen. Der Angeklagte bestreitet jedoch einen Bezug zur Szene.

"Ich habe damit nichts am Hut."

Die Unterstellung sei "grausig", führt der Angeklagte weiter fort. Das Schild in seinem Haus mit der Aufschrift "Deutsches Schutzgebiet" sei rein dekorativ. Ob eine Verbindung zwischen dem Angeklagten und der "Reichsbürger"-Szene besteht, soll das Gerichtsverfahren klären, so der Staatsanwalt.

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Neun Zeugen und ein Sachverständiger als Waffen-Experte sollen aussagen. Ein Urteil wird Ende März erwartet.

Aldingen-Aixheim

1,5 Tonnen Munition sichergestellt Mutmaßlicher "Reichsbürger": Waffenhändler aus Aldingen in Haft

Ein mutmaßlicher "Reichsbürger", dem ein Waffengeschäft im Kreis Tuttlingen gehört, sitzt nun in Haft. Er soll unter anderem gegen das Waffengesetz verstoßen haben, so die Polizei.

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