Bündnis will Schulkinder besser schützen

Lorettostraße in Freiburg: Wird sie zur Schulstraße?

Ein breites Bündnis in Freiburg fordert die Umwandlung der Lorettostraße in eine Schulstraße. Damit sollen Schulkinder besser geschützt werden. Was steckt hinter der Idee?

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Im Freiburger Stadtteil Wiehre könnte die Lorettostraße bald zur Schulstraße werden. Ein breites Bündnis aus Anwohnenden, Eltern, Schule und dem Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre fordert, den motorisierten Verkehr während der Stoßzeiten des Schulbeginns und -endes aus der Straße zu verbannen. Die Initiative zielt darauf ab, gefährliche Situationen vor der Loretto Grundschule zu entschärfen und den Schulweg sicherer zu machen. 

Gefahren auf dem Schulweg: Warum die Lorettostraße ein Brennpunkt ist 

Immer wieder spielen sich gefährliche Szenen auf dem Weg zur Schule ab, so hört man es aus der Elternschaft der Loretto Grundschule. Kindern werde die Vorfahrt an Zebrastreifen genommen. Täglich gebe es Beinaheunfälle. Geht es nach Eltern, Schule und anderen Betroffenen, soll sich das möglichst schnell ändern.

Die Lorettostraße könnte wegen der angrenzenden Lorettoschule zur Schulstraße werden.
Gerade an den Zebra-Streifen komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, sagt Schulleiter Christoph Nitschke. Oft würden Autofahrerinnen und -fahrer Kinder übersehen, die die Zebrastreifen überqueren wollen. Lukas Herzog

Mit viel Rückhalt aus der Elternschaft hat der Schulleiter der Loretto Grundschule Christoph Nitschke gemeinsam mit dem Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre vergangenen Woche ein Schreiben an den Freiburger Baubürgermeister geschickt. Das Ziel: Schulstraße.

Schüler teilen sich Schulweg mit 6.000 Autos

Zulieferverkehr, LKWs und Autos, insgesamt bis zu 6.000 am Tag, so beschreibt Nitschke die Situation vor seiner Schule. Diese Mischung mache es gefährlich für die Schülerinnen und Schüler. Die Situation sei belastend, es brauche dringend eine Lösung, betont er. „Wir wollen nicht darauf warten, dass das erste Mal etwas Schlimmes passiert“, sagt Nitschke. 

Ein Schulleiter und ein Anwohner stehen vor einer Grundschule in Freiburg.
Schulleiter Christoph Nitschke (rechts) und Max Trommsdorff (links) vom "Bündnis Lorettostraße" gemeinsam vor der Loretto Grundschule. Sie sind sich einig: Die Lorettostraße soll eine Schulstraße werden. Lukas Herzog

Anlass für den Vorstoß, gerade jetzt eine Schulstraße zu fordern, ist ein Erlass des baden- württembergischen Verkehrsministeriums. Kommunen können seit einem Monat eigenständig Schulstraßen einrichten und müssen nicht mehr den Umweg über das Land gehen. Bürokratische und teure Gutachten sind dafür nicht nötig. 

Was sind Schulstraßen und wie funktionieren sie? 

Schulstraßen sind unter der Woche täglich rund um den Schulbeginn und das Schulende für Autos und andere motorisierte Fahrzeuge gesperrt. Ausnahmen gelten beispielsweise für Anwohnerinnen und Anwohner oder Menschen mit Behinderung. Ziel ist es, Kindern einen sicheren und eigenständigen Schulweg zu ermöglichen. 

Zusätzlich gibt es das Konzept der Schulzonen, bei denen Straßen dauerhaft für den Kfz-Verkehr gesperrt werden. Diese können als Begegnungsorte umgestaltet werden, was den Raum für Kinder und Anwohner aufwertet. Beides können Kommunen jetzt eigenständig einrichten.

Trotz Ampel, Blitzer und Tempo 20: Situation bleibt gefährlich

Geht es nach Max Trommsdorff sollte in der Lorettostraße langfristig tatsächlich am besten eine Schulzone entstehen. Trommsdorff hat jahrelang gegenüber der Grundschule gewohnt, seine Kinder haben in der Schule gelernt. Seit Längerem setzt er sich mit seinem "Bündnis Lorettostraße" für weniger Autoverkehr im Stadtteil ein. Den Vorstoß für die Schulstraße hat er mit initiiert.

Ein Blitzer an der Freiburger Lorettostraße steht direkt vor einer Grundschule.
Blitzer, Tempo 20 und eine Fußgängerampel hat die Stadt schon installiert. Trotzdem sei der Schulweg für die vielen Kinder immer noch sehr gefährlich sagen viele Eltern. Der Grund: viele Autofahrer nutzen die Straße als Abkürzung. Lukas Herzog

Mit Tempo-20-Zone, Ampel und festem Blitzer habe sich zwar schon etwas getan, meint Trommsdorff. Die Zusammenarbeit mit der Stadt beschreibt er aber als zäh. "Man merkt zwar, dass die Stadt die Verkehrswende ernster nimmt, aber der große Wurf fehlt noch. Wir müssen offenbar noch lauter sagen: So wie es bisher ist, geht's nicht mehr", sagt Trommsdorff.

Das ist einfach eine große Belastung für viele. Und wir wollen nicht darauf warten, dass das erste Mal was Schlimmes passiert.

Kommt die Schulstraße? Ball liegt jetzt bei der Stadt

Ob die Lorettostraße tatsächlich zur Schulstraße wird, liegt nun in den Händen der Stadt Freiburg. Auf SWR-Anfrage teilte diese mit, dass man sich zum Schreiben von Grundschule und Bürgerverein noch nicht äußern könne. Generell müsse man mehrere Faktoren berücksichtigen. Etwa, welche Funktionen eine Straße habe und welche Auswirkungen eine temporäre Sperrung der Straße hätte - sowohl für die Anlieger als auch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.

Eine temporäre Straßensperrung wird es aber in jedem Fall geben. Am 28. September organisiert das "Bündnis Lorettostraße" ein Straßenfest. Neben Musik und Kinderprogramm möchte man dort auch sinnvolle Lösungen diskutieren für eine verkehrsberuhigtere Wiehre. Das Motto: "Sichere Schulstraße jetzt!"

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Autor/in
Lukas Herzog
Lukas Herzog
Thomas Hermanns
Reporter Thomas Hermanns

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