An vielen Orten rund um Freiburg haben Menschen am Mittwochabend die Sonnenfinsternis bewundert. Denn hier war sie besonders deutlich zu sehen: rund 90 Prozent der Sonne wurden zwischenzeitlich vom Mond verdeckt. Im Freiburger Tierpark Mundenhof etwa konnten Hunderte Menschen mit Teleskopen und einem Extra-Vorrat an Schutzbrillen in die teilweise verdeckte Sonne anschauen.
Teleskope, Schutzbrillen und Lochkameras am Mundenhof
"Es wurde dunkler und Wind kam auf. Es war ganz mystisch", schwärmt eine Besucherin auf dem Freiburger Mundenhof kurz nach dem Höhepunkt der Sonnenfinsternis um 20.17 Uhr. Hunderte Menschen waren am Mittwochabend auf dem sogenannten "Bison-Hügel" oberhalb des Bison-Geheges mit Blick Richtung Westen zusammengekommen.
Eine Art Festival-Atmosphäre herrschte bei dem Tierpark: Familien auf Picknickdecken, Menschen aßen Eis und Brezeln und spähten in selbstgebastelte Lochkameras. Für das professionelle Beobachten sorgten die Amateur-Astronomen der Sternfreunde Breisgau: Sie hatten große Teleskope mitgebracht und nochmal eine Ladung von 200 Schutzbrillen.
Schaulustige teilen Brillen für die Sonnenfinsternis
Ein begehrtes Gut, denn: Entsprechende Schutzbrillen zum In-die-Sonne-gucken waren in an vielen Orten in Freiburg schon Tage im Voraus ausverkauft. Wer an dem Abend trotzdem leer ausging, konnte sich aber häufig auf die Sitznachbarn verlassen. Viele Menschen reichten ihre Brillen herum und teilten sie zumindest zeitweise mit anderen.
In BW besonders gute Aussichten In dieser Stadt kann man die Sonnenfinsternis am besten sehen
Am 12. August zeigt sich am Himmel über BW ein besonderes Spektakel: Der Mond verdeckt die Sonne zu 90 Prozent. Wo und wie man das Schauspiel besonders gut beobachten kann.
Die Tiere nahmen das Naturspektakel gelassen. Als das Licht verfrüht fahler und dämmriger wurden, trabten die Bisons unterhalb der Menschenmenge einfach schon mal in den Stall.
Uniklinik: Direkter Blick in die Sonne sorgt für Augenprobleme
Wie wichtig die richtige Ausrüstung war, zeigen auch die Erfahrungen der Uniklinik Freiburg. Insgesamt hatten sich dort am Donnerstag 19 Patientinnen und Patienten mit Fragen zu Sehproblemen nach der Sonnenfinsternis vorgestellt. Fünf hatten sich telefonisch gemeldet. Sie kämpften mit Brennen in den Augen, unscharfem Sehen und Flecken im Sehfeld. Ein geringer Anteil der Ratsuchenden wies laut Uniklinik dezente Netzhautveränderungen auf mit geringer Sehschärfenminderung. Jedoch sei kein Befund so ausgeprägt gewesen, dass die Patientinnen und Patienten hätten weiterbehandelt werden müssen, so die Klinik.
Warnungen ignoriert Nach Sonnenfinsternis: Zahlreiche Menschen kommen mit Sehbeschwerden in Kliniken
Nach der partiellen Sonnenfinsternis am Mittwoch klagen viele Menschen im Land über Augenschmerzen und Sehstörungen und ließen sich deswegen medizinisch untersuchen.
Das Naturspektakel in der Region Freiburg
Auch an vielen anderen Orten in der Region kamen Menschen zusammen, um die Sonnenfinsternis anzuschauen, etwa auf dem Rebberg in Gundelfingen oder dem Tüllinger Berg bei Weil am Rhein. Dort kam es nach der Sonnenfinsternis zu einem schweren Unfall. Ein 73-Jähriger fuhr mit seinem Auto in eine Menschenmenge.
Auch jenseits der Grenze war das Interesse groß: Auf dem Wartenberg in Muttenz (Schweiz) bei Basel im Dreiländereck haben sich rund 200 Schaulustige aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz die Sonnenfinsternis angeschaut. Viele kamen mit einem kleinen Imbiss, Spezialbrillen und selbstgebauten Lochkameras dorthin.