Das Ermittlungsverfahren habe keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine Straftat ergeben, wie die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen in einer Pressemitteilung vom Mittwoch schreibt. Bei der Fastnachtsveranstaltung in Murg-Niederhof am Abend des 15. Februar hatten sechs Besucherinnen von plötzlicher Benommenheit, Übelkeit und Erinnerungslücken berichtet.
Verdacht auf K.-o.-Tropfen: Noch in der Nacht wurden Proben entnommen
Noch in der selben Nacht hatten die Frauen Blut- und Urinproben abgegeben. Deren Analyse durch die Rechtsmedizin habe "keine Hinweise auf Wirkstoffe ergeben, die typischerweise als "K.O.-Mittel" eingesetzt werden", so die Staatsanwaltschaft. Aufgrund des geringen zeitlichen Abstands zwischen den Beschwerden und der Probenabgabe hätten die Wirkstoffe laut Rechtsmedizin nachweisbar sein müssen
Zwei Fastnachts-Veranstaltungen in einer Woche abgebrochen
Nach dem Verdacht auf K.-o.-Tropfen hatte die Polizei die Veranstaltung vorzeitig beendet. In den folgenden Tagen hatten sich sieben weitere Personen mit ähnlichen Symptomen bei der Polizei gemeldet - in dem Glauben, dass ihnen eine geschmacksneutrale Substanz ins Getränk gemischt wurde. Das Kriminalkommissariat Waldshut-Tiengen hatte daraufhin Ermittlungen eingeleitet.
In der Folgewoche hatte es einen weiteren Verdachtsfall gegeben, ebenfalls im Landkreise Waldshut: Vor dem großen Narrentreffen der Vereinigung Hochrheinischer Narrenzünfte (VHN) in Wehr-Öflingen war eine Abendveranstaltung abgebrochen worden. Zwei Frauen hatten über die selben Beschwerden von Benommenheit und Schwindel geklagt. Eine von ihnen war vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht worden.