Hinweise bei der Polizei bisher ohne Erfolg

Von den vermissten Kindern aus Lahr fehlt weiter jede Spur

Die Polizei sucht weiter nach zwei Kindern aus dem Ortenaukreis. Sie sollten wegen Kindeswohlgefährdung in Obhut genommen werden. Kein Einzelfall.

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Von Autor/in Ulf Seefeldt

Die Polizei sucht weiterhin zwei vermisste Kinder aus Lahr (Ortenaukreis). Das siebenjährige Mädchen und der fünfjährige Junge sind vermutlich mit der Mutter und deren Lebensgefährten unterwegs und offenbar gefährdet. Seit die Polizei am vergangenen Dienstag an die Öffentlichkeit gegangen ist, gehen immer wieder Hinweise ein. "Die haben uns bisher aber noch nicht weitergeholfen", so ein Polizeisprecher gegenüber dem Südwestrundfunk.

Die beiden Kinder hätten am 16. September durch den Kommunalen Sozialen Dienst wegen Kindeswohlgefährdung in Obhut genommen werden sollen, teilte die Polizei mit. In ihrer Wohnung waren sie jedoch nicht anzutreffen. Denn offenbar war die Mutter mit den beiden Kindern und ihrem Lebensgefährten schon einen Tag vor der geplanten Inobhutnahme, am 15. September, verschwunden. Familienangehörige hatten der Polizei berichtet, dass die Mutter, die Kinder und der Lebensgefährte der Mutter die Wohnung in Lahr mit Gepäck verlassen hätten. Der aktuelle Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Zum Schutz der Kinder werden keine Details genannt

Jugendämter nehmen Kinder in Obhut, wenn eine dringende Gefahr für ihr Wohl besteht. Das ist in dem Fall in Lahr offenbar so. Ein anderer Anlass ist nach Auskunft des Ortenauer Landratsamts, dass ein Kind selbst um diesen Schutz bittet. Gründe dafür können laut der Behörde häusliche Gewalt, Vernachlässigung, Suchtproblematik, Überforderung der Eltern oder andere akute Krisensituationen sein. Einzelheiten zu dem Fall der vermissten Kinder aus Lahr teilen Polizei und Landratsamt zum Schutz der Kinder nicht mit.

Oft sind Eltern überfordert

Im Jahr 2023 erfasste das Statistische Landesamt in Baden-Württemberg 10.828 Fälle von Inobhutnahmen. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 41 Prozent gewesen. Dies führte die Behörde vor allem auf eine steigende Zahl unbegleitet eingereister Minderjähriger aus dem Ausland zurück, die fast zwei von drei Fällen ausmachen (63 Prozent). Dahinter folgten die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (16 Prozent) und Anzeichen für körperliche Misshandlungen und für Vernachlässigungen (je knapp 7 Prozent).

Gefährdete Kinder kommen oft zu Verwandten oder in Pflegefamilien

Im Ortenaukreis wurden im vergangenen Jahr 151 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das war nach Angaben des Landratsamts ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl nähert sich somit wieder den Zahlen aus Vor-Corona-Zeiten an. 29 Betroffene hätten selbst darum gebeten. Eine Inobhutnahme dient dem Schutz der Kinder und Jugendlichen sowie der Klärung der konkreten Situation, um anschließend weitere Hilfen zu ermöglichen.

Die Betroffenen werden vorläufig in einer Einrichtung oder bei einer geeigneten Person untergebracht. "Jeder Fall wird individuell betrachtet und fachlich eingeschätzt", erklärte ein Sprecher des Landratsamts. Je nachdem, welche Gefährdungssituation vorlag und welchen Unterstützungsbedarf das Kind oder der Jugendliche hat, entscheidet der Kommunale Soziale Dienst, welcher Ort zum Schutz des Kindes der geeignete ist. Hier kommen Verwandte, Bereitschaftspflegefamilien sowie Inobhutnahmestellen als vorübergehende Unterkunft für Kinder und Jugendliche in akuten Krisen- oder Gefahrensituationen infrage.

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Ulf Seefeldt
Ulf Seefeldt mit Mikrofon in der Hand im SWR Studio Offenburg

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