"Bitte sprechen Sie unser Personal nicht mehr zu den Spritpreisen an. Bei Fragen wenden Sie sich an die Politik", steht an der Theke einer Freiburger Tankstelle. Einen Grund zur Beschwerde hatten viele Kundinnen und Kunden aber ohnehin nicht.
Denn seit Freitag gilt der Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung die Steuern auf Kraftstoffe bis Ende Juni absenkt. Gerundet ergibt sich eine Steuerreduzierung von insgesamt 17 Cent. Was kam davon schon heute an der Zapfsäule bei den Autofahrern an? Und was halten die von der Steuersenkung?
Spritpreise in Freiburg deutlich gesunken
Am Freitagvormittag sind die Preise an einer Aral-Tankstelle in Freiburg deutlich günstiger als am Vortag: Benzin kostet 17 Cent weniger - Diesel ist 8 Cent günstiger. Und das, obwohl die Tankstellen in ihren Tanks noch keinen Sprit mit Steuerrabatt haben. Die Preise wurden trotzdem gesenkt, um den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, sagt eine Tankstellen-Mitarbeiterin.
Deswegen ist viel los an den Tankstellen. Dazu kommt blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und Feiertagslaune. "Das ist eine schöne Idee der Bundesregierung. Ich hab' meinen Tank vollgemacht", sagt Johannes Kasperzyk, der heute mit seiner Frau auf der Moto Guzzi ins Elsass auf einen Flohmarkt fährt.
Viele finden den Tankrabatt nicht so toll
Es gibt aber auch viele Kundinnen und Kunden, die kritischer auf die Maßnahme reagieren: Zu spät, nicht an der richtigen Stelle, der Rabatt bringe nur kurzfristige Entlastung. "Der Sprit ist sowieso viel zu billig", sagt sogar ein Kunde. Die Straßen seien nach wie vor voll. Es sei egal, wie teuer der Sprit sei. Die Menschen würden so oder so Auto fahren.
Trotzdem haben viele mit der Tankfüllung auf Freitag gewartet, um Geld zu sparen. "Wir haben gestern geguckt, abgewartet und gepokert und heute war es dann tatsächlich deutlich günstiger als gestern", sagt ein anderer Kunde.
Wenn die Kunden happy sind, habe ich einen einfachen Tag. Da hab' ich nichts dagegen.
Cosmin Cindea, der fünf Mal in der Woche hinter der Theke der Aral-Tankstelle steht, merkt die gehobene Stimmung der Kundinnen und Kunden. Eine schöne Abwechslung. In den letzten Wochen sei die Laune nicht immer so gut gewesen. "Wenn die Kunden happy sind, habe ich einen einfachen Tag. Da hab' ich nichts dagegen", sagt auch seine Kollegin Celeste Bompas.
Am Mittag sind wieder viele Zapfsäulen frei
Kurz vor 12 Uhr leeren sich die Tankstellen wieder, denn dann dürfen sie die ihre Preise wieder erhöhen. Grund ist die sogenannte Zwölf-Uhr-Regel, die Preiserhöhungen erst ab Mittag erlaubt. Einzelne Menschen tanken noch, aber es sind wieder viele Zapfsäulen frei.
In den nächsten Tagen ist mit einer weiteren Senkung der Spritpreise zu rechnen, sagt eine Tankstellen-Mitarbeiterin. Dann kommt der Sprit mit dem tatsächlichen Steuerrabatt. Durch die niedrigen Steuern entgehen dem Staat rund 1,6 Milliarden Euro. Schon vor drei Jahren hat es einen Tankrabatt gegeben. Durchschnittlich sollen Autofahrer mit dem aktuellen Tankrabatt 20 bis 30 Euro in den zwei Monaten sparen.
Auch wenn Sprit günstiger wird - das Preisniveau vor dem Beginn des Irankriegs wird wohl vorerst nicht erreicht. Versorgungsengpässe am Feiertagswochenende gelten derzeit als eher unwahrscheinlich.