Auf der Schweizer Bodensee-Seite, in Altenrhein, heben jeden Tag vom Regionalflughafen Altenrhein Flugzeuge ab. 20 Mal pro Woche geht es hier etwa nach Wien oder Urlaubsflieger starten in den Süden. Seit 100 Jahren gibt es den Flugplatz, das wird an drei Tagen gefeiert.
Flugshows mit historischen Flugzeugen und der Patrouille Suisse
Vom Segelflieger über einen historischen Doppeldecker bis zum modernen Rettungshelikopter - die Flugshows am Samstag und Sonntag sollen 100 Jahre Luftfahrt zeigen. Das alles unter dem Motto "Faszination Fliegen zum Anfassen". Laut dem Flughafen zählt zu den Höhepunkten im Flugprogramm ein Auftritt der Patrouille Suisse - das ist die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe.
Der Flugplatz Altenrhein wirbt damit, dass es eine der letzten Gelegenheiten sei, die Patrouille Suisse in dieser Konstellation zu erleben. Die sechs charakteristisch rot-weiß bemalten Kampfflugzeuge bilden eine der ältesten Kunstflugstaffeln Europas. Die Flugzeuge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von über 1.700 km/h. Nächstes Jahr sollen die Flugzeuge ausgemustert und damit auch die Flugstaffel aufgelöst werden.
100 Jahre Flugplatz: Vom legendären Wasserflugzeug zu Linienflügen nach Wien
Vor 100 Jahren wurde der Flugplatz von dem Luftfahrtpionier Claude Dornier aus Friedrichshafen gegründet. Sein legendäres Wasserflugzeug, die DO-X, durfte er nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland nicht bauen. Auf der anderen Seeseite, in der Schweiz, war das möglich.
Das Flugzeug wurde hier gebaut. Die DO-X ging auf den Bodensee und schon beim ersten Lauf aller Triebwerke hob das Flugzeug ab.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Name Dornier in Altenrhein Geschichte. Danach seien viele Jahre der Bau und die Revision von Militärflugzeugen das Hauptgeschäftsfeld in Altenrhein gewesen, schreibt der Flughafen auf seiner Webseite. Erst 1988 habe die Ära der Linienflüge nach Wien begonnen.
Die Zukunft des Flughafens St. Gallen-Altenrhein am Schweizer Bodenseeufer stand vor kurzem auf der Kippe. Der Schweizer Bundesrat wollte Zuschüsse kürzen - im ganzen Land wird die Flugsicherung auf Regionalflughäfen finanziell unterstützt. Altenrhein erhält dabei jährlich bis zu fünf Millionen Franken. Im Januar hat sich nach dem Ständerat auch der Nationalrat gegen die Sparmaßnahmen entschieden. Ein wichtiger Entscheid für den Regionalflughafen am Bodensee.
Geschichte des Flughafens St. Gallen-Altenrhein geht weiter
Auf diesen Pioniergeist von Dornier ist man in Altenrhein heute noch stolz. Der jetzige Geschäftsführer des Flughafens, Thomas Krutzler, zeigt sich optimistisch, dass diese Geschichte weitergeschrieben wird. Der Flughafen sei für die Region mit einer Wertschöpfung von rund 60 Millionen jährlich und mit ungefähr 600 Arbeitsplätzen verbunden.
Das Tor zur Welt für eine wichtige Wirtschafts- und Industrieregion.
Von dem Regionalflughafen am Bodensee starten Linienflüge nach Wien, Urlaubsflüge in den Süden, Privatjets und Segelflieger. Passagiere kommen aus der gesamten Dreiländerregion.