Gut zwei Tage lang war die Feuerwehr in Eberhardzell im Kreis Biberach im Einsatz. Sie hatte die Löscharbeiten am Samstagnachmittag beendet. Nun forciert das Polizeipräsidium Ulm die Ermittlungen zur Brandursache. Dazu wurde das komplette Betriebsgelände im Eberhardzeller Teilort Füramoos mit einem Bauzaun abgesperrt, damit Sachverständige ungestört auf dem sechs Hektar großen Areal arbeiten können.
Wie es mit dem Betrieb weitergeht, ist unklar
Die betroffene Firma produziert große Bauteile aus Holz für Hallen und Ställe, 35 Menschen sind dort in Vollzeit beschäftigt. Sie konnten sich zum Glück retten, obwohl das Feuer sich rasend schnell ausgebreitet habe, sagte Manfred Lämmle, stellvertretender Bürgermeister von Eberhardzell, dem SWR. Wie es mit der Firma und ihren Beschäftigten nun weitergehe, sei offen. Auch ein benachbartes Autohaus wurde durch den Großbrand betroffen.
Bis zu 280 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus den Kreisen Biberach, Ravensburg, Sigmaringen und Ulm, Polizei, DRK und Technischem Hilfswerk waren zu Höchstzeiten am Donnerstagabend im Einsatz, so Stefan Kuc, der stellvertretende Kreisbrandmeister im Kreis Biberach. Auch die Bundeswehr aus Laupheim und die Werksfeuerwehr von Boehringer Ingelheim kamen mit Löschfahrzeugen zur Hilfe.
Landwirte und Lohnunternehmer brachten Wasser in ihren Güllefässern zum Einsatzort. Sie baggerten Gräben in umliegende Äcker und Wiesen. Damit wollten sie verhindern, dass Funkenflug angrenzende Getreidefelder in Brand setzt.
Das sind mehrere abgebrannte Lagerhallen, also ein großes Trümmerfeld, in dem man sich Meter für Meter vorkämpfen muss.
Auf dem Gelände musste ein brennendes Silo eingerissen und abgelöscht werden. Es war mit Holzspänen befüllt und deshalb leicht entzündlich.
Bürger im Kreis Biberach per Warn-App alarmiert
Der Brand war am Donnerstagnachmittag ausgebrochen. Mehrere Gebäude und Hallen wurden von den Flammen erfasst. Anfangs war der Rauch am Himmel kilometerweit zu sehen. Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Gemeinden wurden wegen der starken Rauchentwicklung unter anderem über die Warn-App NINA aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Schadstoffmessungen waren laut Feuerwehr aber negativ.
Das Feuer richtete einen Schaden im unteren zweistelligen Millionenbereich an. Der gesamte Produktionsbereich brannte ab. Ein Mitarbeiter wurde durch Rauchgase leicht verletzt.
Zahlreiche Autos durch Feuer beschädigt
Laut Polizei wurden auch bis zu 50 Autos eines gegenüberliegenden Autohauses durch die Hitzeentwicklung und den Funkenflug erheblich beschädigt. Auch hier geht die Polizei von einem Schaden im Millionenbereich aus.