Mit dem symbolischen Spatenstich haben am Freitag an der Universität Konstanz die Bauarbeiten für das neue "Forum Konstanz" begonnen. In dem Gebäude soll nicht nur geforscht werden. Es werden auch Räume für junge Firmen entstehen, zudem sind öffentliche Veranstaltungen geplant.
Im Zuge der Bauarbeiten wird an der Uni außerdem eine klimafreundliche Heiztechnik installiert - in Zukunft soll mit Seewärme geheizt werden. Die Baukosten liegen bei insgesamt knapp 140 Millionen Euro.
Ein "Forum" für Wissenschaft und Gesellschaft
Vorraussichtlich im Jahr 2030 soll das neue "Tor zur Universität" fertig sein. So bezeichnen die Verantwortlichen der Universität Konstanz den Neubau. Auf neun Ebenen soll es dann viel Raum für Begegnung geben, so die Hochschule. Ziel sei ein Austausch zwischen den Disziplinen, zwischen Forschung und Lehre sowie zwischen Universität und Gesellschaft.
Bisher würden der Uni dafür passende Räumlichkeiten fehlen, erklärte Rektorin Katharina Holzinger gegenüber dem SWR. Sie freue sich, dass künftig Spitzenforschung hier angewendet werden könne, aber auch zum Beispiel große Konferenzen für alle Fachbereiche möglich seien.
Im "Forum" entstehen Räume für Ausstellungen, Veranstaltungen und Messen. Es wird aber auch Labore geben, die Forschende verschiedener Fachrichtungen gemeinsam nutzen können. Und es soll Medienräume geben, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vermitteln können.
Der Neubau wird vorraussichtlich 114 Millionen Euro kosten. Diese werden durch das Land Baden-Württemberg, die Hector Stiftung II und die Universität Konstanz getragen.
Seethermie: Neue Technik zum Heizen nutzt Wärme aus dem Bodensee
Auf den Weg gebracht wurde am Freitag auch ein neues Heizsystem für die Hochschule. Es geht um Wärmepumpen für die Nutzung von Seethermie. Zum einen werde man dadurch die Heizkosten senken können, "der Haupteffekt ist aber unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt. Wir werden dadurch sehr viel CO2 einsparen können", betonte die Rektorin.
Die Universität Konstanz will ab 2027 mehr als zwei Drittel ihres Heizwärmebedarfs durch Seewärme aus Bodenseewasser abdecken. Hierfür werden auf dem Campus in einem unterirdischen Gebäude mehrere Großwärmepumpen installiert.
Die Technik dafür wird rund 25 Millionen Euro kosten. Diese Investition übernimmt das Land Baden-Württemberg.
Weitere Projekte zur Nutzung von Seethermie am Bodensee
Die Anlage zur Nutzung von Seethermie der Universität Konstanz ist nicht die einzige, die am deutschen Bodenseeufer realisiert wird. Ein weiteres Seewärmeprojekt ist zum Beispiel in Meersburg geplant. Über ein Wärmenetz sollen dort rund 300 Haushalte und Betriebe mit ökologischer Wärme versorgt werden. Auf der Schweizer Bodenseeseite in Gottlieben im Kanton Thurgau soll bereits ab dem kommenden Jahr mittels Seethermie geheizt werden.