Heilbronner Gericht verurteilt Einbrecherduo

Dreistes Diebespaar räumt Wohnung während Beerdigung aus

Wann sind Wohnungen leer? Wenn die Bewohner auf Beerdigungen sind. Für ein Paar waren es die besten Voraussetzungen für ihre Einbruchspläne.

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Von Autor/in Ute Koboldt

Das Landgericht Heilbronn hat ein Einbrecherduo zu langen Haftstrafen verurteilt: Der angeklagte Mann erhielt sieben Jahre und neun Monate, seine Komplizin vier Jahre. Sie durchforsteten Traueranzeigen und suchten sich so Adressen im Raum Heilbronn und in Rheinland-Pfalz aus. Während die Angehörigen auf der Beerdigung waren, nutzten die Diebe die Gunst der Stunde für ihre Einbrüche, so das Gericht. Insgesamt erbeuteten sie Bargeld und Gegenstände im Wert von 144.000 Euro.

Schmiere stehen auf dem Friedhof: In der Zwischenzeit wird die Wohnung ausgeraubt

Schwarz auf weiß konnte das Paar nachschauen, wo und wann ihr nächster Einsatzort sein könnte. Traueranzeigen im Internet waren ihre Infoquelle und als die Angehörigen auf der Beisetzung waren, brachen sie in die Wohnungen ein. Nach neun Mal war Schlusss, sie wurden gefasst. Und am Mittwoch vom Landgericht Heilbronn verurteilt.

Die Vorgehensweise war fast immer dieselbe, wie das Gericht eruierte: Während der Mann sich mit Hammer und Brecheisen Zugang verschaffte, stand seine Lebenspartnerin meist auf dem Friedhof Schmiere. Per Handy warnte sie, wenn sich die Trauerfeier dem Ende näherte.

Tatorte von Möckmühl bis Idar-Oberstein

Zwischen September und November letzten Jahres hatte sich das Paar, das in Ludwigshafen wohnte, neun Adressen ausgesucht, so das Gericht. Neudenau, Untergruppenbach, Möckmühl (alle Kreis Heilbronn), Alzey, Worms, Lorsch, Erbach, Idar-Oberstein und Einhausen.

Jetzt wurde der Angeklagte am Landgericht Heilbronn zu sieben Jahren und neun Monaten Haft, seine Mittäterin zu vier Jahren verurteilt. Laut der Staatsanwältin ist er schon einschlägig im Ausland vorbestraft. Sie dagegen war bis zu diesen Taten ein unbeschriebenes Blatt.

Leicht tragbare Beute von insgesamt 144.000 Euro gestohlen

Wie so oft waren auch bei diesen Diebstählen Bargeld, Schmuck, Uhren, Handys und andere Wertgegenstände die Beute. Einige Schmuckstücke wurden von den Ermittlern wieder gefunden. Nicht dabei aber waren die Eheringe einer Witwe, die 60 Jahre verheiratet war und gerade ihren Ehemann beerdigt hatte.

Meine Mutter leidet noch heute daran, hat Angst nachts, ist total verunsichert.

Das Paar lebte bis zu seiner Festnahme in Ludwigshafen in einer Wohnung, gemeinsam mit den beiden Kindern der Täterin. Sie waren zusammen mit den Eltern der Verurteilten bei der Urteilsverkündung im Landgericht dabei.

Festnahme und Überführung dank Funkzellenauswertung

Beide Angeklagte wurden in ihrer gemeinsamen Wohnung festgenommen. Vorausgegangen waren zwei Einbrüche im Raum Heilbronn, zu denen Funkzellenauswertungen stattfanden, die zu einem Treffer führten und die Zuordnung zu einem Mobiltelefon ergaben.

Weiter gab es eine Videoaufnahme am Tatort und ab November dann eine GPS-Überwachung. Nachdem die Erkenntnisse vorlagen und die Heilbronner Kriminalpolizei übernahm, erfolgte der Zugriff. Seitdem waren die beiden in Untersuchungshaft.

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