Schreckmoment vor einigen Tagen auf der A7 bei Fichtenau (Kreis Schwäbisch Hall) für einen Lkw-Fahrer: Ein Unbekannter soll einen Stein von einer Brücke geworfen haben. Dieser durchschlägt die Frontscheibe des Fahrzeugs, umherfliegende Splitter verletzen den Fahrer im Gesicht und am Auge. Wenige Tage später ein ähnliches Szenario auf der A6 bei Heilbronn: Eine 17-Jährige wird als Beifahrerin durch die Windschutzscheibe von einem Metallhaken getroffen und schwer verletzt. Auch der Bruder wird verletzt. Den Unfall auf der A6 stuft der ADAC Württemberg als extrem selten ein und gibt Tipps.
Kleinste Gegenstände können zur Gefahr werden
Niemand muss beim Autofahren Angst haben, versucht Julian Häußler, Sprecher des ADAC Württemberg, im SWR-Interview zu beruhigen. Ein Unfall wie der zuletzt auf der A6 bei Heilbronn sei ein großer Zufall. Frontscheiben würden einiges aushalten. Damit ein Objekt letztlich im Auto landet, muss auch der Einfallswinkel passen. Gleichzeitig meint Häußler, dass schon kleine Dinge auf der Autobahn sehr gefährlich sein können.
Bei 50 Stundenkilometern Fahrgeschwindigkeit erreicht eine lose Wasserflasche beim Aufprall das 30 bis 50-fache ihres Eigengewichts.
Die Empfehlung des ADAC: Wer es im Ernstfall schafft, schnell zu reagieren, sollte sofort die Geschwindigkeit reduzieren - allerdings niemals eine Vollbremsung durchführen. Gleiches gilt für Dinge, die bereits auf der Fahrbahn liegen. Hier rät der Automobilclub: lieber den Gegenstand überfahren, statt ein Risiko eingehen und stark abbremsen. Die Gefahr von Auffahrunfällen oder ins Schleudern zu geraten, ist groß.
Auto- und Lkw-Fahrer sollten auf Ladungssicherung achten
Vorsicht auch bei offener Ladung: Sollten zum Beispiel Kieslaster unterwegs sein, empfiehlt der ADAC, lieber etwas mehr Abstand zu halten. Auf der anderen Seite ist laut Häußler gerade auf der Autobahn eine richtige Ladungssicherung enorm wichtig, egal ob bei Autos oder Lastwagen.
Ist die Ladung im Fahrzueg oder auf dem Anhänger nicht ausreichend gegen das Herabfallen oder Verrutschen gesichert, kann ein Bußgeld von 35 Euro fällig werden. Verursacht die mangelhafte Ladungssicherung einen Unfall, beträgt das Bußgeld 75 Euro, dazu gibt es einen Punkt in Flensburg.
Stein von Brücke auf Lkw-Fahrer geworfen
Im Fall des verletzten Lkw-Fahrers bei Fichtenau gibt es zwar Zeugenhinweise, neue aktuelle Erkentnisse hat die Polizei auf SWR-Anfrage aber keine. Die Ermittlungen laufen.
Metallhaken durchschlägt Windschutzscheibe
Tage später hat ein Metallhaken das Auto einer Familie auf der A6 bei Heilbronn durchschlagen: Eine Mutter war mit ihren beiden Kindern, der 17-jährigen Tochter und ihrem elfjährigen Bruder, auf der Autobahn in Richtung Nürnberg unterwegs. Plötzlich durchbrach der etwa zehn Zentimeter große Metallhaken die Windschutzscheibe und traf das Mädchen, das auf dem Beifahrersitz saß, am Kopf. Mit schweren Verletzungen kam sie ins Krankenhaus. Der Haken prallte ab und touchierte auch den Jungen auf dem Rücksitz. Er wurde leicht verletzt in eine Klinik gebracht. Die Mutter blieb unverletzt.
Wo der Haken herkommt und wieso er plötzlich durch die Windschutzscheibe flog, ist bislang noch nicht geklärt. Sogenannte Zurrhaken sind normalerweise an Zurrketten oder Spanngurten befestigt, mit denen die Ladung eines Fahrzeugs gesichert wird.