Temperaturen über 30 Grad, schwere Schutzkleidung und dicker Rauch - das gehört für die Mitgliederinnen und Mitglieder der Feuerwehren im Sommer zum Arbeitsalltag. Auch bei der aktuellen Hitzewelle bleiben die Einsätze nicht aus.
Allein in dieser Woche gab es mehrere Flächenbrände in der Region Heilbronn-Franken, einen Balkonbrand in einem Heilbronner Mehrfamilienhaus am Wochenende und am Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr am Katzenbachsee bei Zaberfeld (Kreis Heilbronn). Hier wurde ein vermisster Mann gesucht und gefunden. Solche Einsätze sind für die Feuerwehren doppelt anstrengend.
Schwitzen im Schutzanzug der Feuerwehr
Die Einsatzkleidung der Feuerwehr ist lebenswichtig - sie schützt vor Flammen, Rauch und Hitze. Die Uniformen wurden so entwickelt, dass von außen keine Hitze nach innen gelangen kann, sie sind nicht atmungsaktiv. Also gelangen auch Schweiß und Hitze, die von einem Feuerwehrmann ausgehen, nicht nach außen, erklärt Dominik Zienert, Pressesprecher der Feuerwehr Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall).
Das kann man sich grob so vorstellen, als würde man im Sommer seinen dicken Wintermantel auspacken.
Manchmal könne man sich zwar als sogenannte "Marscherleichterung" die Jacke ausziehen, viel mehr sei aber nicht gestattet, so Zienert. So einen Einsatz bei Hitze hatte die Gaildorfer Feuerwehr erst am Montagnachmittag. Im Ortsteil Großaltdorf brannten circa 250 Quadratmeter einer Wiese. Unter Atemschutz konnte das Feuer schnell gelöscht werden. Auch in Neuenstadt am Kocher (Kreis Heilbronn) rückte die Feuerwehr am Dienstag zu zwei Flächenbränden aus.
Teure und schwere Ausrüstung für die Feuerwehr
Die volle Ausrüstung für einen Brandeinsatz - mit Schuhen, Hose, Jacke und Atemschutz - wiegt um die 25 Kilogramm. Das zusätzliche Gewicht kann also auch für eine größere körperliche Belastung sorgen. Zwar gibt es mittlerweile durchaus auch Einsatzkleidung, die weniger gefüttert und atmungsaktiver ist, die können sich aber noch die wenigsten Kommunen leisten. Für eine einzige Uniform müsse man heutzutage mit bis zu 1.200 Euro rechnen, schätzt Zienert.
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Bei Freiwilligen Feuerwehren im Raum Heilbronn gibt es immer öfter Kopfschütteln über einzelne Einsätze. Ein langjähriger und erfahrener Feuerwehrmann spricht jetzt Klartext.
Trinkwasser bei Hitze immer an Bord bei der Feuerwehr Gaildorf
Besondere Übungen dazu, wie man besser mit der Hitze umgehen kann, gebe es laut Dominik Zienert zumindest bei der Feuerwehr Gaildorf derzeit nicht. Trotzdem seien die Einsatzkräfte relativ gut vorbereitet. "Dadurch, dass wir die Einsatzklammoten ja eigentlich regelmäßig tragen, über das Jahr hinweg, nimmt man ja quasi die Temperatursteigerung vom Frühling in den Sommer mit", erklärt er.
Damit trotzdem niemand überhitzt, achte man darauf, bei Einsätzen häufiger zu rotieren, sodass niemand zu lange in der Hitze steht. Ansonsten sei jeder auch selbst dafür verantwortlich, seine Grenzen zu kennen und im Notfall auch mal nein zu sagen. Auch beim Trinken sollte man auf sich selbst Acht geben.
Hier werde man aber auch der Feuerwehr gut versorgt: In jedem Einsatzfahrzeug seien mindestens zwei Kästen voller Wasser und zuckerhaltigen Getränken gebunkert. "Sobald absehbar ist, dass der Einsatz etwas länger dauert, wird auch aus der Feuerwache noch mal großzügig Trinken hinterhergeschickt", meint Zienert. "Weil es gibt nichts Schlimmeres als bei der Hitze auch noch dursten zu müssen."