Ein ungewöhnlicher Vorfall beschäftigt derzeit die Polizei in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis): Eine Katze soll von Unbekannten teilweise rasiert und mit Hakenkreuzen beschmiert worden sein. Das Tier gehört einer Familie mit Migrationshintergrund aus dem Stadtteil Dainbach. Sie hat den Fall nun zur Anzeige gebracht.
Katze bekritzelt: Familie berichtet von Sorgen nach dem Vorfall
Ein Stück Fell wurde wegrasiert und an den Ohren sind kleine Hakenkreuze zu sehen, vermutlich mit einem Kugelschreiber aufgemalt. Die Familie geht davon aus, dass die Katze über mehrere Stunden festgehalten wurde. Sie berichten von Angst um ihr Haustier, aber auch um ihre Kinder.
Wir haben zwei kleine Kinder und haben jetzt Angst, Katze und Kinder unbeaufsichtigt rauszulassen.
Die Familie mit Migrationshintergrund lebt nach eigenen Angaben seit vielen Jahren in Bad Mergentheim. Die Mutter sei dort geboren und inzwischen in Dainbach wohnhaft. Sie beschreibt die Familie als gut integriert.
Am Freitag hat die Tierschutzorganisation PETA eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zum mutmaßlichen Täter führen. "Der oder die Täter müssen schnellstmöglich gefunden werden, bevor weitere Tiere oder sogar Menschen zu Schaden kommen", so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. Die Organisation fordert grundsätzlich harte Strafen für Tierquäler.
Polizei ermittelt wegen Hakenkreuzen und Tierquälerei
Die Polizei ermittelt nun gegen Unbekannt, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Im Raum stehen dabei mehrere mögliche Straftaten: Zum einen geht es um die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, zu denen auch das Hakenkreuz zählt. Zum anderen wird wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.
Die Familie macht in einer Nachricht an den SWR deutlich, wie sehr sie der Vorfall belastet. In dem Schreiben heißt es: "Wir fühlen uns zum ersten Mal in unserem Leben nicht mehr zu Hause." Wichtig sei ihnen aber, den Vorfall öffentlich zu machen. Die Familie hofft nun auf Aufklärung - vor allem deshalb, weil erst vor wenigen Wochen Stolpersteine im Ort verlegt worden seien, so die Mutter: "Diese Situation wird nicht unter dem Teppich gekehrt und es soll auch für uns ein NIE WIEDER gelten!"