Sponsor kündigt Zusammenarbeit

Massenschlägerei in Neckarsulm: Zuschauer sprangen von Tribüne wie "Fallobst"

Nach einer Massenschlägerei musste in Neckarsulm ein Fußballturnier abgebrochen werden. Etwa 40 Menschen waren auf dem Spielfeld.

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Von Autor/in Luca Bauer, Ulrike Schirmer

Tumultartige Szenen bei einem Fußball-Freizeitturnier in Neckarsulm-Obereisesheim (Kreis Heilbronn): Am Sonntag ist nach einem groben Faul das Turnier eskaliert. Es kam zu einer Massenschlägerei mit mehreren Verletzten. Die Polizei wurde alarmiert, das Turnier musste abgebrochen werden. Nun sollen Videos analysiert werden, um die Schläger zu finden, heißt es in einer Mitteilung des Vereins Türkspor Neckarsulm.

Wir werden juristische Schritte einleiten, um den Vorfall [...] aufzuarbeiten.

Polizei musste eingreifen: 40 Menschen beteiligt

Cumali Ardin vom Veranstalter Türkspor Neckarsulm sagte dem SWR, dass es zuerst Beleidigungen und Schubsereien gegeben habe. Nachdem auch Tritte folgten, seien Zuschauer von den Tribünen gesprungen und aufeinander losgegangen. "Freunde und Verwandte - alle sind runtergeflogen von der Tribüne, wie Fallobst", so Cumali Ardin. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Heilbronn wurden zwei Menschen verletzt, eine Person kam ins Krankenhaus.

Auch acht Ordner konnten die Streithähne nicht trennen. Die Organisatoren alarmierten deshalb die Polizei. Die Schlägerei sei dann aber schnell beendet gewesen, heißt es. Der Veranstalter hat daraufhin das Turnier abgebrochen, sodass es auch am Montag keine Spiele mehr gab. Ardin schätzt, dass rund 40 Menschen an der Schlägerei beteiligt waren.

𝐔𝐧𝐬𝐞𝐫𝐞 𝐒𝐭𝐞𝐥𝐥𝐮𝐧𝐠𝐧𝐚𝐡𝐦𝐞 𝐳𝐮 𝐝𝐞𝐧 𝐄𝐫𝐞𝐢𝐠𝐧𝐢𝐬𝐬𝐞𝐧 𝐛𝐞𝐢𝐦 𝐓𝐮𝐫𝐧𝐢𝐞𝐫...! Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer, nach den...Posted by Türkspor Neckarsulm 1969 e.V. on Monday, January 6, 2025

An dem Turnier nahmen nur Freizeitmannschaften teil, also keine eingetragenen Vereine. In der Partie standen sich ein Freizeitteam aus dem Raum Heilbronn und ein Freizeitteam aus dem Raum Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) gegenüber.

Bei einem Fußball-Freizeitturnier von Türkspor Neckarsulm kam es zu einer Massenschlägerei. Die Polizei Heilbronn ermittelt.
Die Tribüne in Neckarsulm: Hier sollen die Menschen "wie Fallobst" runter gesprungen sein. Auf dem Spielfeld kam es dann zur Massenschlägerei. Türkspor Neckarsulm Media

Türkspor: Preisgeld wird nach Massenschlägerei gespendet

Der Veranstalter zeigte sich entsetzt von den Vorkommnissen. Einen derartigen Vorfall habe es in den vergangenen 15 Jahren nicht gegeben, so Türkspor. Auch die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nun will Türkspor die Preisgelder in Höhe von 1.750 Euro spenden. Das Geld soll an die Heilbronner Kinderhilfsorganisation "Große Hilfen für kleine Helden" gehen.

Wir möchten damit ein positives Zeichen setzen und einen Beitrag leisten, der über den Fußball hinausgeht.

Nach Massenschlägerei: Sponsor kündigt Zusammenarbeit

Mittlerweile hat auch der Sponsor "Prestige Transporte und Montageleistungen" die Zusammenarbeit mit dem Verein für beendet erklärt. Das teilte der Geschäftsführer Erdal Cengiz in einem Post auf Facebook mit. Er habe im Urlaub in Österreich von den Ereignissen erfahren. Etliche Nachrichten und Anrufe von Freunden hätten ihn erreicht, heißt es. Er kritisiert, dass er von Seiten des Vereins keine offizielle Erklärung erhalten habe.

Erdal Cengiz war von 2019 bis 2022 selbst Präsident von Türkspor. Sein Unternehmen ist auch der Namensgeber des Turniers, das sich "Prestige Cup" nennt. Nun muss der Verein wohl auch nach einem neuen Namen suchen.

[...] bedauerlich, dass der Name meines Unternehmens mit einem solchen Vorfall in Verbindung gebracht wird.

Herkese Merhabalar, Türkspor Neckarsulm takımının düzenlemiş olduğu turnuvada çıkan olayları tatil için çıktığım...Posted by Erdal Cengiz on Sunday, January 5, 2025

Ähnlicher Vorfall bei Fußballturnier in Weinsberg

Vor rund einem Jahr hatte es bei einem Firmen-Fußballturnier in Weinsberg (Kreis Heilbronn) ähnliche tumultartige Szenen gegeben. Nach einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Spielern war es zu Ausschreitungen gekommen, in die sich auch Zuschauer einmischten. Zwei Teilnehmer wurden verletzt.