Starkregen und Schlammlawinen

Ein Jahr nach dem Unwetter um Gondelsheim: manche Schäden immer noch sichtbar

Ein Unwetter hatte vor einem Jahr im nördlichen Landkreis Karlsruhe gewütet. Besonders betroffen waren Helmsheim, Heidelsheim und Gondelsheim. Die Schäden sind teilweise noch sichtbar.

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Von Autor/in Felix Wnuck

Starkregen, Schlammlawinen und überflutete Keller: Vor einem Jahr wütete ein heftiges Gewitter in der Nacht von 13. auf 14. August über dem nördlichen Kreis Karlsruhe. Besonders schwer traf es die Bruchsaler Stadtteile Heidelsheim und Helmsheim sowie die Gemeinde Gondelsheim.

Damals fielen binnen eineinhalb Stunden 150 Liter Regen. Schlamm- und Wassermassen zerstörten Autos und insgesamt laut Markus Rupp (SPD), Bürgermeister von Gondelsheim, etwa 400 Privathaushalte in der Gemeinde. Ganze Straßenzüge waren teilweise tagelang von einer braunen Schicht aus Dreck bedeckt.

Schlamm auf den Straßen von Gondelsheim
Nach dem Unwetter in Bruchsal und Gondelsheim waren viele Straßen mit Schlamm bedeckt.

Laut Andreas Glaser, Leiter des damaligen Krisenstabs, stellte der Schlamm auf den Straßen ein großes Problem dar. Dieser war nämlich mit Heizöl aus den überschwemmten Kellern kontaminiert - eine Gefahr für das Grundwasser.

Unwetter überschwemmte Keller und richtete große Schäden an

Der Bürgermeister der Gemeinde Gondelsheim, Markus Rupp, beziffert rund 50 Millionen Euro als Schadenshöhe. Darin sowohl private Schäden, also an Autos und Wohnhäusern, als auch kommunale, also an Schulgebäuden, Hallen oder anderen öffentlichen Gebäuden.

Größtenteils seien die Schäden behoben, schreibt Markus Rupp. Allerdings werde an den Dächern der Saalbachhalle und der Kraichgauschule-Gemeinschaftsschule immer noch gearbeitet. Denn beide Dächer seien asbesthaltig, somit sei die Sanierung komplizierter. Insgesamt werden noch etwa Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro für die restlichen Schäden anfallen, heißt es in dem Schreiben des Bürgermeisters weiter.

Schäden an Häusern teilweise noch sichtbar

Nicht nur an öffentlichen Gebäuden sind die Schäden teilweise noch sichtbar. Auch ein Jahr nach dem Gewitter sind noch immer nicht alle Privathäuser wieder saniert. Angela Weiß aus Bruchsal-Helmsheim berichtet: "Am Abend des 13. August saßen wir gemütlich auf dem Sofa und beobachteten den starken Regen und die sich bildenden Pfützen im Rasen." Sie und ihr Mann telefonierten mit Sohn Lukas, der ihnen ein Video aus Helmsheim zeigte, das er über WhatsApp erhalten hatte.

Wir konnten gar nicht glauben, dass die gezeigten Wassermassen nur zwei Straßen weiter sein sollten. Schauten nochmal raus, und da schwammen schon Mülltonnen am Haus vorbei. 

Ein Bautrockner steht auf einer Baustelle
Bei Familie Weiß aus Helmsheim zog sich die Renovierung nach dem Unwetter lange hin. Die Bauarbeiten konnten erst Monate später starten.

Das Wasser verwüstete auch das Zuhause von Familie Weiß, das sie erst 2017 gebaut hatten. Es sei ein massiver Schaden in Höhe von circa 200.000 Euro entstanden, berichtet Angela Weiß. Die Verhandlungen mit der Elementarversicherung seien über einen Anwalt gelaufen, so die Helmsheimerin: "Die Sanierung verzögerte sich deshalb um zehn Monate, weshalb wir erst letzte Woche beginnen konnten."

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Hilfe kam, aber zu wenig?

Die Gemeinde Gondelsheim erklärt, dass sie vom Land für Hochwasserschutzmaßnahmen Zuschüsse in Höhe von rund drei Millionen Euro bekam. Zum Teil wären diese Hilfen schon vor der Katastrophe ausgezahlt worden, teilweise danach. Auch das Regierungspräsidium hätte 400.000 Euro "für besondere Belastungen" dazu gegeben.

Die Einliegerwohnung von Hermine Maier und ihrem Mann sind bei dem Unwetter in August in Gondelsheim völlig zerstört worden.
Nur noch Schrott: Viel hat das Unwetter im Raum Bruchsal im August 2024 zerstört.

Allerdings sei das insgesamt zu wenig gewesen, zwei Millionen Euro müsse die Gemeinde selbst aufbringen - ein großes Loch in der angespannten Finanzlage der Kommune. Auch beklagte Markus Rupp, dass Gondelsheim "keine direkte Unterstützung vom Land (Landeshilfe) bekommen" habe, sondern eben nur Geld für Hochwasserschutzmaßnahmen.

Das stößt bei mir und bei den Menschen in den betroffenen Ortschaften bis heute auf großes Unverständnis.

Portraitfoto von Bürgermeister Markus Rupp (Gondelsheim).
Bürgermeister Markus Rupp letztes Jahr bei einer Infoveranstaltung für Betroffene des Unwetters in Gondelsheim

Bei anderen Hochwasserkatastrophen hätte das Land geholfen, schreibt Markus Rupp weiter. Allerdings stufe die Landesregierung das Unwetter in Gondelsheim als regionales Geschehen ein und zahle deswegen bislang keine Hochwasserhilfe.

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Felix Wnuck
Ein Porträt Foto von Felix Wnuck

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