Unter Donnergrollen und Blitzlicht empfängt Stefan Kratz als Zombie-Mönch die Besuchenden auf dem Friedhof der untoten Seelen. Die blutigen Wunden in seinem Gesicht sind sogenannte Prosthetics - aufgeklebte Latex-Attrapen. Für echte Halloween-Fans ein Muss.
Halloween hat mir schon immer Freude gemacht. An sich begeistert mich alles, was mit Gruseln und Horrorfilmen zu tun hat.
Manche Prosthetics können nur einmal verwendet werden. Für die Generalprobe hat er nur kleine Wunden aufgeklebt. Erst am Halloween-Abend wird das komplette Make-up aufgelegt.
"Das Labyrinth des Todes": Halloween für alle Gruselfans
Durch ein Portal in die Vergangenheit haben Gestalten aus der Pfaffenroter Geschichte und Sagenwelt ihren Weg in unsere Welt gefunden. Im "Labyrinth des Todes" bekommen die Besucher die gruseligen Folgen von Doktor Tods verrückten Experimenten zu spüren. Darunter auch der buckelige Horst: Landwirt, Metzger und Kannibale. Seine Figur hat in Pfaffenrot bereits Kultstatus. Letztes Jahr versuchten Besuchende das Portal wieder zu schließen. Doch vergeblich. Daher können Mutige auch dieses Jahr wieder eine Reise durch das Portal wagen.
DAS DING-Reporterin Anna Tschürtz hat den Selbstversuch gewagt:
Die Story und Charaktere haben sich Stefan Kratz, Patrick Wagner und seine Frau Rebekka selbst ausgedacht. Seit einem Jahr arbeiten sie in ihrer Freizeit an dem Horror-Event. Zwei Tage lang hat der Aufbau gedauert. Alles für den Halloween-Abend.
Das Schönste am Halloween-Feiern hier ist, wie sich die Kinder darüber freuen.
Vom privaten Horrorhaus zum "Labyrinth des Todes"
Angefangen hat alles 2016 mit dem Horrorhaus von Patrick Wagner. Für eine kleine Halloween-Party unter Freunden hatte er sein Haus schaurig dekoriert. Die Kinder, die für "Süßes oder Saures" von Haus zu Haus zogen, waren begeistert. Die Idee war geboren. Zwei Jahre später stellte Patrick Wagner zusammen mit seiner Frau Rebekka und Stefan Kratz das erste Halloween-Labyrinth auf die Beine.
Da ging es nur ums Erschrecken. Das kam dann so gut an, dass im nächsten Jahr so viele Kinder kamen - auch aus anderen Orten. Sodass wir uns was einfallen lassen mussten.
Seitdem arbeiten die drei Halloween-Fans mit dem Heimatverein Pfaffenrot zusammen. "Von Jahr zu Jahr wird es größer", so Initiator Patrick Wagner. Letztes Jahr kamen 450 Menschen, um sich richtig erschrecken zu lassen. Das Heimatmuseum ist mittlerweile zu klein. Dieses Jahr findet das Labyrinth in der Carl-Benz-Halle statt.
Pfaffenrot im Halloween-Fieber - das ganze Dorf macht mit
Mittlerweile helfen über 24 Erwachsene zwischen 40 und 50 Jahren bei dem Horror-Event. Und auch einige Kinder machen mit. "Mir macht es einfach Spaß, die Leute richtig zu erschrecken", so der 13-jährige Odin. Als lebendiges Kuscheltier verkleidet, verbreitet er im Labyrinth Angst und Schrecken.
Alle bringen was ein. Auch die, die nicht im Verein sind oder Halloween nicht mögen.
Das Halloween-Labyrinth ist in Pfaffenrot längst fester Bestandteil des Dorflebens. Die anderen Vereine haben extra ihre Proben in der Carl-Benz-Halle verlegt. Und auch die lokale Bäckerei backt exklusiv für das Event sogenannte Teufelshörnchen.