Mindestens elf Verletzte, das war die Bilanz der Pyro-Aktion einiger KSC-Anhänger bei einem Heimspiel im Karlsruher Wildparkstadion im November 2022. Was folgte, waren zahlreiche Gerichtsverfahren gegen eine Gruppe von KSC-Ultras. Zwei von ihnen wurden dabei im vergangenen Jahr vor dem Karlsruher Amtsgericht zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil gegen einen der beiden wurde jetzt in der Berufung vor dem Landgericht deutlich abgemildert. Die Verhandlung gegen den zweiten KSC-Fan findet später statt.
Pyro-Skandal: KSC-Fan erfolgreich in der Berufung
Einer der beiden verurteilten Anhänger des Fußball-Zweitligisten gab am Freitag in der Verhandlung vor dem Karlsruher Landgericht zu, dass er von der Pyro-Aktion der KSC-Ultras vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli wusste. Durch das Geständnis in der Berufung wurde die achtmonatige Strafe auf Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der Mann 1.000 Euro bezahlen.
Das Amtsgericht hatte ihn im vergangenen Jahr zu einer Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung ohne Bewährung verurteilt. Damals hatte er nicht gestanden. Das zweite Berufungsverfahren gegen einen zur Verbüßung einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilten KSC-Fan findet erst im September statt.
Auch andere KSC-Fans gingen schon in Berufung
In den vergangenen Wochen gab es bereits Berufungsverfahren anderer KSC-Fans, die wegen der Pyro-Aktion verurteilt wurden. Sie erhielten zum Teil ebenfalls mildere Strafen. So wurden verhängte Stadionverbote aufgehoben, in einem Fall gab es sogar einen Freispruch.
KSC-Fanprojekt ebenfalls vor Gericht
Der Pyro-Skandal rund um das Spiel des Karlsruher SC gegen den FC St. Pauli im Jahr 2022 hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Nicht nur wegen des darauffolgenden Prozesses gegen zahlreiche beteiligte Fans, sondern auch, weil sich Mitarbeiter des Karlsruher Fanprojekts vor Gericht verantworten mussten.
Urteil vor dem Amtsgericht Karlsruhe Pyro-Eklat beim KSC: Amtsgericht verurteilt Fanprojekt-Mitarbeiter zu Geldstrafen
Das Karlsruher Amtsgericht hat drei Sozialarbeiter des KSC-Fanprojekts zu Geldstrafen verurteilt. Nach einem Pyro-Eklat hatten sie sich geweigert, als Zeugen auszusagen.
Die Sozialarbeiter pflegen einen engen Kontakt zu den Fangruppierungen des KSC. Sie versuchen, über das geschaffene Vertrauensverhältnis auf die Fans einzuwirken oder auch zwischen ihnen und der Polizei zu vermitteln. Um dieses Vertrauensverhältnis nicht zu gefährden, verweigerten die Mitarbeiter des Fanprojekts jegliche Aussagen zum Pyro-Skandal, als sie als Zeugen vorgeladen wurden.
Daraufhin mussten sie sich selbst vor Gericht wegen des Vorwurfs der Strafvereitelung verantworten. Sie wurden dafür im vergangenen Jahr zu Geldstrafen verurteilt. Der Berufungsprozess steht aus.