Seit Jahren sorgt der Ausbau der A8 bei Pforzheim für Frust bei Autofahrerinnen und Autofahrern. Vor knapp vier Jahren starteten die Bauarbeiten und damit eines der größten Bauprojekte im Südwesten. Nach vielen Abriss- und Umbauarbeiten ist die Autobahn kaum noch wiederzuerkennen. Ein Ende der Arbeiten ist aber noch lange nicht in Sicht. Also: Wie läuft es auf der Baustelle?
Welche Arbeiten laufen aktuell an der Baustelle?
Liegt die Baustelle noch im Zeitplan?
Mit welchen Einschränkungen müssen Autofahrer dieses Jahr noch rechnen?
Wie lange dauert's noch?
Wie teuer wird's?
Aktuell finden mehrere Bauarbeiten parallel auf A8 Baustelle statt
Auf SWR-Nachfrage erklärt die Autobahn GmbH, dass sich aktuell mehrere zentrale Bauwerke parallel im Bau befänden. Die Enzbrücke in Fahrtrichtung Stuttgart soll noch in diesem Jahr fertig werden, ebenso wie die B10-Brücke und die Grünbrücke "Hagenschieß".
Ein weiteres großes Projekt auf der Baustelle ist die Lärmschutzeinhausung der Fahrbahnen. Hierzu teilt die Autobahn GmbH mit: Der Rohbau in Fahrtrichtung Stuttgart steht. Dazu gehöre auch der Bau eines Beckens zur Löschwasserversorgung und eines Gebäudes für die Betriebstechnik. Teile der Einhausung seien also fertig.
Was noch ansteht: Viele Arbeiten in der Betriebstechnik. Laut Autobahn GmbH gehören dazu die Tunnelbeleuchtung, die Brandmeldeanlage und die Brücken für die Anzeige der Geschwindigkeitsbegrenzung.
2027 statt 2026: Ausbau der Autobahn wird ein Jahr später fertig
Schon vor einem Jahr verkündete die Autobahn GmbH: Der Ausbau wird ein Jahr später fertig – also 2027 statt wie ursprünglich geplant 2026. Im neuen Zeitplan scheint aber alles rundzulaufen. Anfang des kommenden Jahres soll ein weiterer Meilenstein folgen: Der Verkehr im Baustellenbereich soll dann erstmals auf der neuen Fahrbahn fahren. Dadurch, dass der Verkehr dann durch die Lärmschutzeinhausung fließt, soll es auch für die Anwohner ruhiger werden.
Anschließend könne der Bau der zweiten Tunnelröhre in Fahrtrichtung Karlsruhe beginnen, zusammen mit der Fertigstellung der Fahrbahn. Hierfür muss noch einiges an Erde abgetragen werden, um das neue Streckenniveau, das bis zu 13 Meter tiefer verläuft, zu erreichen, berichtet die Autobahn GmbH. So soll die neue Strecke weniger steil werden, um Unfälle in Zukunft zu vermeiden.
Vollsperrungen der A8: Dieses Jahr keine mehr geplant
Seit Beginn der Bauarbeiten im Oktober 2021 sind bis heute "ca. sechs Wochenendvollsperrungen der A8 in beide Fahrtrichtungen" notwendig gewesen, berichtet die Autobahn GmbH. Dieses Jahr seien keine mehr geplant – zumindest nicht wegen der Baustelle.
So liegt die A8 Baustelle aktuell in Zeit- und Kostenplan
Die Autobahn GmbH rechnet damit, dass der Verkehr Ende 2027 uneingeschränkt auf der neuen, sechsspurigen Autobahn fahren kann. Damit ist die Bauzeit nach aktuellem Stand rund ein Jahr länger als ursprünglich geplant. Laut Autobahn GmbH hat die längere Bauzeit im Wesentlichen zwei Gründe.
Der Untergrund im Bereich des Karlsruher Hangs in der Kieselbronner Kurve [stellte uns] vor unerwartete geologische Herausforderungen.
Im Jahr 2023 musste die Vorgehensweise für den Abriss der alten Enzbrücke und die damit verbundene Verkehrsführung geändert werden. Außerdem seien Wassereinlagerungen im Untergrund aufgetaucht, die in Vorabuntersuchungen nicht zu erkennen gewesen seien. Die Folge: Untergrund und Hang mussten zusätzlich stabilisiert werden.
Bedeutet die längere Bauzeit auch steigende Kosten?
Ursprünglich waren für das Bauprojekt rund 340 Millionen Euro geplant. Aber bedeuten die zusätzlichen Maßnahmen und die längere Bauzeit auch steigende Kosten? "Wir erstellen derzeit eine Kostenfortschreibung", so Christine Baur-Fewson von der Autobahn GmbH. Auch wenn noch unklar ist, wie viel teurer es wird – klar scheint zu sein: Es wird teurer.