Die Gewerkschaft ver.di hatte in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes in Karlsruhe zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.
So fuhren im Karlsruher Stadtgebiet keine Busse und Straßenbahnen der Verkehrsbetriebe. Nicht bestreikt wurden die Stadtbahnen der Albtalverkehrsgesellschaft AVG. Auch im privaten Busgewerbe hatte ver.di am Dienstag zum Warnstreik aufgerufen, denn auch dort laufen Tarifverhandlungen. Daher war auch das Busunternehmen SWEG in Karlsruhe vom Streik betroffen.
Warnstreiks in Kitas und Stadtverwaltung
Städtische Kitas blieben geschlossen, im Städtischen Klinikum und den ViDia Kliniken wurde gestreikt, eine Notfallversorgung wurde aber sicher gestellt. Auch die gesamte Stadtverwaltung, die Stadtwerke, die Müllabfuhr oder die Arbeitsagentur waren betroffen.
Es müsse sich etwas ändern, sagte Veronika Malic. Sie ist Krankenpflegerin am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Der Stellenwert der Dienstleistungsberufe müsse anerkannt werden. Eine angemessene Entlohnung sei nötig.
Wir sind die Dienstleistungsberufe und wir sind Rückgrat dieser Gesellschaft. Und die beste Anerkennung ist halt Geld.
Streiks im öffentlichen Dienst auch in Ettlingen und Rheinstetten
In den Nachbarstädten Ettlingen und Rheinstetten wurde in den Stadtverwaltungen laut ver.di ebenfalls zum Streik aufgerufen. Damit lag der Schwerpunkt der landesweiten Streiks am Dienstag in Karlsruhe, wo die Streikwelle im öffentlichen Dienst der Kommunen auf einen ersten Höhepunkt zusteuerte. Bereits am vergangenen Dienstag waren städtische Busse in Baden-Baden und Karlsruhe bestreikt worden.
Um 9 Uhr am Dienstag trafen sich die Streikenden vor dem ver.di-Haus in Karlsruhe. Von dort ging es dann zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen rund 1.500 Menschen an der Kundgebung teil.
SWR-Reporter Henning Mohr hat die Kundgebung verfolgt:
Warnstreiks im Landkreis Rastatt
Am Donnerstag ruft ver.di auch im öffentlichen Dienst in Baden-Baden und Rastatt zum ganztägigen Warnstreik auf. Nach Angaben der Gewerkschaft sind im gesamten Landkreis Rastatt kommunale Kitas betroffen. Außerdem werden das Landratsamt, die Stadtverwaltungen, die Stadtwerke und der Busverkehr in Baden-Baden bestreikt sowie die Stadtwerke in Gaggenau.
Warnstreiks in weiteren Städten in BW ab Montag
Bereits am Montag kam es zu Arbeitsniederlegungen in weiteren Städten in Baden-Württemberg. Unter anderem im Kreis Reutlingen und in Heilbronn waren die Angestellten im öffentlichen Dienst zum Streik aufgerufen.
Kitas, Kliniken und Verwaltungen betroffen Warnstreiks im öffentlichen Dienst in BW: So geht es am Donnerstag weiter
Im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst hat ver.di ihre Warnstreiks ausgeweitet. In mehreren Städten legen Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Mit Folgen für den Nahverkehr.
ver.di will Druck vor nächster Verhandlungsrunde erhöhen
Die Gewerkschaft ver.di will vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen am 17. Februar in Potsdam Druck machen. Sie fordert unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 350 Euro mehr im Monat, außerdem drei zusätzliche freie Tage.
Arbeitgeber kritisieren Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Der Landesvorsitzende des Kommunalen Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg, Wolf-Rüdiger Michel, hat die Warnstreiks in Baden-Württemberg scharf kritisiert. Viele Menschen würden wieder in ihrem Tagesablauf beeinträchtigt, vor allem durch Warnstreiks in Kitas und im kommunalen Nahverkehr. Zudem sei der frühe Zeitpunkt der Warnstreiks in den Tarifverhandlungen nicht nachvollziehbar.
Die Streiks sind angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vollkommen unangebracht.
Haushalte der Kommunen kämpfen mit hohen Defiziten
Die kommunalen Haushalte seien mit einem Milliardendefizit von 13,8 Mrd. Euro ohnehin schon am Limit, so Michel. Die öffentlichen Arbeitgeber hätten noch mit erheblichen Kostenauswirkungen der letzten Tarifrunde zu kämpfen. Die habe den Beschäftigten 2024 im Durchschnitt einen Gehaltszuwachs von 11,35 Prozent gebracht.