Die ambulante Hospizarbeit in Baden-Württemberg wird im laufenden Jahr mit rund 16 Millionen Euro von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Das sei eine Million Euro mehr als im Vorjahr, teilte der Verband der Ersatzkassen am Mittwoch in Stuttgart mit. Mit den Mitteln soll die würdevolle Begleitung von unheilbar kranken Menschen in ihrer vertrauten Umgebung gestärkt werden.
Mehr Menschen nahmen Sterbebegleitung in Anspruch
Die Zahl der Menschen, die diese Dienste in Anspruch nehmen, ist im vergangenen Jahr gestiegen. Ehrenamtliche begleiteten 7.317 Erwachsene, was einem Zuwachs von gut acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei den Kindern stieg die Zahl der Begleiteten leicht auf 426. Zudem betreuten die Kinderhospize 114 Familien, in denen ein Elternteil im Sterben lag.
Im Mai berichtete SWR Aktuell über Charlotte Obertreis, die ehrenamtlich für das Kinder-Hospiz "Sternentraum" in Backnang fotografiert:
Wie viele Hospize gibt es in Baden-Württemberg?
In Baden-Württemberg gibt es derzeit 139 geförderte Hospizdienste. Rund 6.000 Ehrenamtliche engagieren sich in der Begleitung Schwerkranker und ihrer Angehörigen. Die Fördergelder fließen in die Ausbildung dieser Helfer sowie in die Deckung der Personal- und Sachkosten. Die ambulanten Hospizdienste ermöglichen es vielen Menschen, ihre letzte Lebensphase zu Hause zu verbringen. Bei Kindern und Jugendlichen beginnt die Unterstützung oft schon ab dem Zeitpunkt der Diagnose und kann über Jahre dauern. Das Angebot richtet sich auch an Kinder, die einen sterbenden oder verstorbenen Elternteil haben. Ambulante Hospizdienste können für ihre Aufwendungen Zuschüsse von den gesetzlichen Krankenkassen bekommen, sind aber im Wesentlichen auf Spenden angewiesen. Die Angebote für die betroffenen Menschen sind kostenfrei. Stationäre Hospize haben Verträge mit den Krankenkassen.
Was tun ambulante Hospizdienste?
Der Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg e.V. beschreibt die Arbeit der ambulanten Hospizdienste auf seiner Webseite: "Die Wünsche und Bedürfnisse des schwerkranken und sterbenden Menschen und seiner Angehörigen stehen im Mittelpunkt." Geschulte ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter kommen demnach zu den Schwerkranken nach Hause, in die Pflegeeinrichtung oder in die Klinik. Sie hören zu, lesen vor, helfen dabei, "letzte Dinge zu regeln" und stehen Todkranken und Angehörigen beim Abschiednehmen bei. Die Arbeit beinhaltet laut Verband keine medizinische oder pflegerische Betreuung.