Alexander Föhr (CDU) hat bei der Bundestagswahl den Wahlkreis Heidelberg gewonnen. Er holte nach Auszählung aller Wahlbezirke 29,16 Prozent. Direkt und knapp dahinter landete Franziska Brantner (Grüne) mit 27,74 Prozent der Stimmen. Auf Platz drei kam SPD-Kandidat Tim Tugendhat mit 15,89 Prozent, gefolgt von Malte Kaufmann (AfD) mit 11,97 und Sahra Mirow (Linke) mit 7,13 Prozent. Tim Nusser von der FDP erhielt 3,65 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag laut der Stadt Heidelberg bei 85,46 Prozent.
Föhr (CDU) schafft es nicht in den Bundestag
Wegen der Wahlrechtsreform schafft es Föhr trotz Mehrheit der Erststimmen nicht in den Bundestag. Er sagte dem SWR am Sonntagabend, als er den Nicht-Einzug bereits befürchtete, dass dies natürlich "ein bisschen enttäuschend" sei. Doch nun überwiege "der Stolz über dieses tolle Ergebnis", man habe immerhin die Bundes-Co-Vorsitzende (Brantner) im Heidelberger Wahlkreis geschlagen. "Dass wir das Direktmandat gewonnen haben, da überwiegt momentan die große Dankbarkeit", so Föhr.
Kritik an Wahlrechtsreform
Am Tag nach der Wahl übte Alexander Föhr Kritik an der Wahlrechtsreform. Das sei eine "Fehlentwicklung", die man "korrigieren muss", so Föhr weiter.
Wenn eine ganze Region leer geräumt worden ist mit Direktmandat-Gewinnen von CDU-Abgeordneten, Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar, dann macht das was mit Repräsentanz, dann macht das was mit Demokratie.
Alexander Föhr (44) ist seit 2023 Bundestagsabgeordneter für Heidelberg, als Nachrücker für den Balinger (Zollernalbkreis) Michael Hennrich, der aus dem Bundestag ausschied. Seit 2015 ist er Kreisvorsitzender der CDU Heidelberg, außerdem ist er Beisitzer im Bezirksvorstand der Union in Nordbaden.
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Brantner: "Schwieriger Abend" für die Grünen
Für die Baden-Württemberger Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Brantner, die im Wahlkreis Heidelberg kandidiert hat, war der Wahlabend ein "schwieriger Abend". Das sagte sie im SWR-Interview. Die Grünen seien nicht so weit gekommen, wie sie gewollt hätten. Vor allem die Grünen in Baden-Württemberg müssten das Ergebnis der Bundestagswahl genau analysieren, um daraus für die kommende Landtagswahl lernen zu können. Brantner zieht über die Landesliste in den Bundestag ein
Bedauert Rückzug von Robert Habeck
Zum Rückzug von Robert Habeck sagte sie gegenüber dem SWR, sie bedauere das sehr. Außerdem müsse die Partei am Stadt-Land-Gefälle arbeiten, denn gute Ergebnisse gab es bei dieser Wahl nur noch in akademisch geprägten Städten:
SPD-Kandidat Tugendhat: Im Wahlkampf gings zu sehr um Migration
Tim Tugendhat (SPD) sagte, er als "ein relativ unbekannter Kandidat" sei nicht enttäuscht, auch wenn er es nicht in den Bundestag geschafft hat. Jetzt beginne der Wahlkampf für die nächste Bundestagswahl. Die SPD wolle dann "mit ihren eigenen Themen Wählerinnen und Wähler überzeugen". Im Wahlkampf sei zu viel über Migration gesprochen worden und "zu wenig über wichtige politische Themen aus dem Alltag der Menschen".
Mirow (Linke): "auf die richtigen Themen gesetzt"
Sahra Mirow, Spitzenkandidatin der Linken für Baden-Württemberg und für Heidelberg, sagte dem SWR, die Linke habe ihrer Ansicht nach "auf die richtigen Themen gesetzt - die hohen Mieten, die hohen Preise beim Einkaufen" - das sei mit "diesem tollen Ergebnis" belohnt worden. Mirow zieht - genauso wie AfD-Kandidat Malte Kaufmann - über die Landesliste in den Bundestag ein.
Vergleich zur Bundestagswahl 2021
Bei der Bundestagswahl 2021 gewann Franziska Brantner für die Grünen das Direktmandat in Heidelberg, mit 30,2 Prozent bei den Erststimmen. Auf Platz zwei und drei landeten die CDU (24,1 Prozent) und die SPD (20,2 Prozent).
Auch bei den Zweitstimmen waren die Grünen vor vier Jahren stärkste Partei in Heidelberg (25,6 Prozent). Auf den weiteren Plätzen folgten die SPD (22,8 Prozent), die CDU (20,8), die FDP (13,1), die AfD (6,1) und die Linke (4,9 Prozent).