Die Monnem Pride ist in der Mannheimer Kulturszene mittlerweile ein fester Bestandteil und zieht jedes Jahr tausende Menschen auf die Straßen. Laut Polizei und Veranstalter beteiligten sich rund 5.000 Menschen an dem Demonstrationszug, etwa 7.000 feierten am Straßenrand mit. Ihr Motto in diesem Jahr: "Zusammen eins - intersektional.antifaschistisch.queer".
Monnem Pride 2025: Die wichtigsten Infos im Überblick
Veranstaltet wurde die diesjährige Monnem Pride vom Queeren Zentrum Mannheim. Die Demo startete um 13 Uhr an der Schafweide, ging dann über den Alten Messplatz, die Kurpfalzbrücke und die Breite Straße, dann durch die Fressgasse, die Planken und über die Kurpfalzbrücke wieder zurück - danach startete das Straßenfest. Knapp fünfzig verschiedene Gruppierungen, Firmen und Initiativen nahmen an der Demonstration teil und wollten ein Zeichen für Vielfalt, Solidarität und Toleranz setzen.
Straßenfest auf dem Alten Messplatz mit buntem Bühnenprogramm
Das Straßenfest hat um 16 Uhr auf dem Alten Messplatz und auf der Neckarwiese begonnen. Es gab zahlreiche Live-Performances und einen DJ-Hub. 10 Acts traten bis in die Abendstunden auf zwei Bühnen auf: Von Techno bis zu Ballroom-Tanzeinlagen und Drag Shows war für jeden etwas dabei.
Kirche und Queer: Funktioniert das?
Auch in diesem Jahr war die katholische und evangelische Kirche wieder Teil der Pride. Aber das erst zum zweiten Mal. Unter dem Motto "Liebe tut der Seele gut" spricht sich die evangelische Kirche in Mannheim für mehr Mitmenschlichkeit und weniger Hass und Ausgrenzung aus. Mit einer Aufstellung, einem Mottowagen und einer Ruheoase in der CityKirche wollten sie ganz gezielt einen sicheren Ort für queere Personen schaffen - auch außerhalb der Pride.
Anderen und sich selbst liebevoll zu begegnen, entspricht dem höchsten Gebot unseres Glaubens.
Obwohl die erste Reaktion von Besuchern und Organisatoren auf die Präsenz der Kirche im letzten Jahr recht verhalten war, wurde viel aufgearbeitet, sagt Valentina Ingmanns von der ökumenischen Initiative Studio Herrlichkeit. Viele queere Personen mussten in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der Kirche machen. Durch die Teilnahme wolle man Gehör verschaffen und Vertrauen aufbauen, so Ingmanns auf SWR-Anfrage.
Nach durchaus positiver und herzlicher Rückmeldung im letzten Jahr war die Vorfreude groß - sowohl die der Kirche als auch die der Besucher.
Sicherheitskonzept nochmal erweitert
Während der Demonstration waren alle Zufahrtsstraßen mit Lkw und Pkw blockiert. Zusätzlich sicherten sogenannte Radengel den Bereich zwischen Demonstrationszug und Zuschauer mit Seilen ab. Das bestätigte das Queere Zentrum Mannheim e.V.
2023 musste die Monnem Pride wegen eines heftigen Gewitters abgebrochen werden. Über die Parade 2024 berichtete der SWR so:
Rund 15.000 Menschen feiern - Angriff am Rand der Veranstaltung Monnem Pride: Queere Community in Mannheim setzt Zeichen gegen Ausgrenzung
Die queere Community und Unterstützer haben in Mannheim gefeiert. Sie demonstrierten für Vielfalt, gegen Hass und Rechtsextremismus. Am Rand gab es einen Angriff.
Von den Veranstaltern wurde unter anderem empfohlen, bei einem Gefühl von Unsicherheit am besten in Gruppen zu reisen und queere Symbole außerhalb der Demonstration zu vermeiden. Neben Sicherheitspersonal und Ordnern gab es auf der Veranstaltung auch ein Awareness-Team, das man bei Problemen ansprechen konnte.
Hier gibt es alle Sicherheitsinfos zur Monnem Pride.
CSD in Mannheim: Riesige Party mit wichtiger Botschaft
Der CSD wird seit 2001 in Mannheim "gefeiert". Dabei ist der CSD, der seit 2024 Monnem Pride heißt, viel mehr als eine große Party. Lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und andere Menschen aus der queeren Community machen sich stark für ihre Rechte, denn queeres Leben wird auch in Deutschland immer wieder bedroht.
Es gibt zahlreiche Berichte zu Angriffen auf queeres Leben, auch in Mannheim. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist auch im letzten Jahr die Zahl polizeilich erfasster Straftaten und Gewalttaten gegen die sexuelle Orientierung weiter gestiegen. Im letzten Jahr wurden bundesweit 1.765 Straftaten registriert - der bisherige Höhepunkt.