Seit zwei Wochen ist über das Schicksal des Mannheimer Fernmeldeturms entschieden: Am 28. Dezember öffnen die Aussichtsplattform und das Drehrestaurant zum letzten Mal - für wie lange, ist noch unklar. Als Grund nennt die Stadtpark Gesellschaft, die Besitzerin der betroffenen Etagen, nötige Sanierungsmaßnahmen. Neuerungen sind etwa beim Brandschutz und der Lüftungstechnik erforderlich. Der technische Teil des Gebäudes, der im Besitz der Deutschen Funkturm GmbH ist, ist hingegen nicht beeinträchtigt.
Fernmeldeturm Mannheim: Kosten im zweistelligen Millionenbereich
Stadtparkchef Michael Schnellbach erwartet hohe Sanierungskosten: "Wir gehen derzeit von einer Größenordnung von 12 bis 15 Millionen Euro aus". Die Pause solle genutzt werden, um das Konzept des baden-württembergischen Baudenkmals anzupassen. Ziel sei es, dass das Bauwerk "bundesdeutsche Bedeutung" erlangt. Sollte dem Fernmeldeturm überregionale Bedeutung zugemessen werden, könnten mehr "dringend benötigte" Fördergelder abgerufen werden.
Nur wenige Funktürme mit öffentlichem Betrieb
Etwa 15 deutsche Funktürme wurden zur Doppelnutzung von Technik und Tourismus konzipiert - einige davon mussten den Publikumsverkehr bereits vor langer Zeit wieder einstellen, zum Beispiel die Türme in Frankfurt am Main und Köln. Laut der Deutschen Funkturm GmbH ist in manchen Städten eine Rückkehr zum öffentlichen Betrieb wieder konkret geplant, etwa in Hamburg und Dresden.
Der knapp 218 Meter hohe Mannheimer Fernmeldeturm wurde 1975 eröffnet - bewusst zur damaligen Bundesgartenschau. Mit kleineren Unterbrechungen war er seitdem für die Öffentlichkeit geöffnet. Laut der Stadtpark Gesellschaft ist eine Wiedereröffnung fest anvisiert.