Ende Juli entdeckten Spaziergänger im Leimbach bei Nußloch hunderte tote Fische. Die Polizei sprach danach von insgesamt hunderten Kadavern, die im Bereich der Nußlocher Tongrube auf der Wasseroberfläche trieben. Sie schätzte das Gewicht der Kadaver auf insgesamt rund 500 Kilogramm. Die Rhein-Neckar-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.
Wie es zu dem Fischsterben kommen konnte, ist und bleibt ein Rätsel. Denn auch eine labortechnische Analyse von Wasserproben aus dem Leimbach von der Stelle, wo die Kadaver gefunden wurden, hat kein eindeutiges Ergebnis gebracht. Das teilte das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises am Dienstag auf SWR-Anfrage mit.
Zeitweise wohl schlechte Wasserqualität des Leimbachs
Eine Sprecherin der Behörde erklärte, neben Wasserproben aus dem Leimbach hätten Experten in einem Labor in Karlsruhe auch mehrere Fischkadaver untersucht. Die Experten konnten jedoch aufgrund der Ergebnisse der Analysen nur Vermutungen anstellen. Es sei demnach wahrscheinlich, dass Kiemen und Schuppen der Fische für einen bestimmten Zeitraum wegen einer schlechten Wasserqualität im Leimbach beeinträchtigt gewesen seien. Das könne mehrere Gründe gehabt haben.
Sauerstoffmangel wegen zu vielen Schwebstoffen und Nitrat?
Zum Beispiel könnte Starkregen die Zahl der sogenannten Schwebstoffe im Leimbach massiv erhöht haben. Schwebstoffe sind Experten zufolge kleine Partikel im Wasser, die zum Beispiel aus Erde bestehen oder aus verrottenden organischen Stoffen. Oder es habe einen erhöhten Nitratgehalt im Wasser gegeben, weil eventuell Landwirte in der Nähe des Leimbachs die Chemikalie verwendet haben könnten. Alles zusammen habe dann sehr wahrscheinlich zu einem Mangel an Sauerstoff im Leimbach und somit zum Fischsterben geführt. Doch wirklich sicher ist das nicht.
Fazit: Man könne eine unmittelbare Ursache für das Fischsterben nicht herleiten, so die Sprecherin des Landratsamtes. Am wahrscheinlichsten seien mehrere Faktoren gleichzeitig: Starkregen mit vorausgehendem Niedrigwasser und "natürliche Einträge von Organik aus der Fläche" - damit ist laut der Sprecherin unter anderem Nitrat aus der Landwirtschaft gemeint. Es werde nun keine weiteren Untersuchungen geben, die Suche nach der Ursache sei damit beendet.