Ausgerechnet ein Fahrradfahrer kümmert sich seit Kurzem in Heidelberg um Auto-Pannen. ADAC-Straßenwachtfahrer Heiko Grafl ist seit mehr als einem Monat mit dem E-Bike unterwegs - und zwar als erster seiner Art in ganz Nordbaden. Grafl kommt mit Anhänger und Werkzeug, das zusammen 120 Kilo auf die Waage bringt.
ADAC-Pannenhelfer gibt Starthilfe mit mobilen Akku
Martin Kostka kann seinen Augen kaum trauen, als sein "Gelber Engel" von der ADAC-Pannenhilfe mit dem Fahrrad um die Ecke kommt. "Wollt ihr mich veräppeln?", ruft er erstaunt. Die Batterie seines dreißig Jahre alten Wohnmobils ist entladen.
Ich hab gedacht, es kommt irgendwie eine versteckte Kamera oder sowas. Hat mich gewundert, weil ich gesagt hatte, dass die Batterie kaputt ist. Und dementsprechend würde ich erwarten, dass ein Auto mit verschiedenen Batterien hier hinkommt.
Die entladene Batterie ist für Pannenhelfer Heiko Grafl trotz Fahrrad kein Problem. In seinem Fahrradanhänger: ein mobiler Akku. Straßenwachtfahrer Heiko Grafl gibt direkt Starthilfe. Zwei, drei Handgriffe und das Wohnmobil läuft wieder.
Schneller durch Baustellen und keine Parkplatzsuche
Heiko Grafl ist 47 Jahre alt und hat vierzehn Jahre Berufserfahrung als ADAC-Straßenwachtfahrer. Er könnte auch mit dem Auto zu den gemeldeten Pannen fahren, wenn er wollte. Da lässt ihm der ADAC jeden Tag freie Wahl, sagt er. Aber er findet, dass das Fahrrad gerade in der Stadt ein Riesenvorteil ist.
Dass ich schneller durch Heidelberg und die vielen Baustellen durch bin. Keine Parkplatzsuche, weil ich mich direkt ans Fahrzeug hinstellen kann. Und die Interaktion mit den Menschen, wenn ich fahre.
Gut zehn Pannen am Tag mit dem Fahrrad erledigt
Der nächste Auftrag führt Heiko Grafl in eine Tiefgarage in Heidelberg-Neuenheim. Und wieder macht eine Batterie Probleme. Ihr Mann hat den Schlüssel stecken und das Licht angelassen, sagt Iris Grubaugh. Jetzt geht gar nichts mehr. Auch sie ist erst einmal skeptisch, weil der Pannenhelfer mit dem E-Bike anrückt. Aber nach wenigen Minuten läuft das Auto wieder, auch hier hilft der mobile Akku aus dem Anhänger.
Pro Tag schafft Heiko Grafl mit seinem Fahrrad gut zehn Auto-Pannen. Er deckt damit fast alle möglichen Notfälle ab und betätigt sich noch sportlich. Einen Einsatzwagen braucht er nur bei ganz speziellen Fällen oder wenn es hagelt oder schneit, sagt er.