Zuverlässiger als ein Menschenauge?

Besser sehen mit Künstlicher Intelligenz: Heidelberger Start-up entwickelt Roboteraugen für die Industrie

Am Freitag startet in Heidelberg eine KI-Konferenz. Mit dabei ist das Start-up "HD Vison Systems". Die Firma entwickelt Roboteraugen, die präziser arbeiten sollen als die von Menschen.

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Von Autor/in Philipp Behrens

Christoph Garbe ist Gründer und Chef von "HD Vision Systems". Am Freitag wird er in Heidelberg auf der Bühne stehen, als Sprecher bei der Konferenz für Künstliche Intelligenz (KI) "hip conference: AI Science for Business".

Bis 2016 hat der Physiker an der Universität Heidelberg geforscht. Wer ihn im Heidelberger Inovation Park (HIP) besucht, merkt schnell: Er ist fest davon überzeugt, dass die Kombination von Künstlicher Intelligenz und Robotik eine Chance für die Menschheit darstellt. Dieser Optimismus überrascht nicht weiter, wenn man bedenkt, dass Garbe genau damit sein Geld verdient. "HD Vision Systems" vertreibt besonders leistungsfähige Roboteraugen.

Roboterauge aus Heidelberg: 13 Augen in X-Form

Herzstück des Start-ups ist eine kleiner schwarzer Kasten mit dem Namen "LumiScanX". Bestückt ist das Kästchen mit 13 zu einem X angeordneten Kameras und einer KI, die in Echtzeit genau Lage und Position einzelner Gegenstände erkennen kann.

Ein Roboter, der mit so einem System ausgestattet ist, kann einzelne Gegenstände gezielt ansteuern und dann zum Beispiel greifen. "LumiScanX" wird in der Qualitätssicherung eingesetzt, zum Beispiel im Karosseriebau oder da, wo gezielt nach Bauteilen, etwa im Lager, gesucht wird.

Es wird nicht mehr lange dauern, dass solche Systeme auch im Haushalt eingesetzt werden können.

Die KI von "LumiScanX" weiß nicht, wonach sie greift. Was eine Spritze oder eine Schraube zum Beispiel ist und wie man die Gegenstände benutzt. Da ist der Mensch weit überlegen, aber dafür kann das Roboterauge unter anderem sofort die genauen Maße erfassen. Bedeutet: Überall da, wo derzeit noch Männer und Frauen die Qualität von Produkten kontrollieren, könnten sie im Prinzip von smarten Robotern ersetzt werden. Viele Unternehmen machen genau das. Diese Entwicklung ist für Christoph Garbe nicht zwangsläufig etwas Schlechtes.

"Menschen werden nicht gelangweilt auf der Straße rumsitzen"

Der Gründer von "HD Vision Systems" glaubt nicht an eine Massenarbeitslosigkeit durch Künstliche Intelligenz und Robotik. Vielmehr ist er überzeugt von der Idee, dass sie Freiräume für neue Ideen und Produkte schaffen. Laut einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts gehen rund ein Viertel der Unternehmen davon aus, dass KI bereits in den nächsten fünf Jahren zu einem Stellenabbau führen wird. Vor allem in der Industrie.

Unternehmen, insbesondere die Industrie, erwarten einen durch KI beschleunigten Strukturwandel.

KI in der Arbeitswelt: Was machen die, die nicht mehr benötigt werden?

Künstliche Intelligenz sorgt für eine Steigerung der Produktivität in den Unternehmen, aber eben mit weniger Beschäftigten. Für Klaus Wohlrabe vom ifo Institut ist die entscheidende Frage, wie man die entstehenden Produktivitätsgewinne in breiten Wohlstand übersetzt. Heißt: Wie profitieren alle von KI - auch die, deren Jobs wegfallen?

Der Heidelberger Unternehmer Christoph Garbe bleibt optimistisch. Mitten im Strukturwandel der Industriellen Revolution hätten auch nur wenige die Vorstellungskraft gehabt, welche neuen Berufe die Zukunft bringen würde. Ähnlich sieht es Wirtschaftswissenschaftler Klaus Wohlrabe vom ifo Institut. Er geht davon aus, dass die Veränderung zum Ausgangspunkt neuer Tätigkeitsprofile wird.

Humanoide Roboter wie im Film "Terminator"

Eine andere Frage, die den Gründer von "HD Vision Systems" beschäftigt, ist das Thema Sicherheit. Humanoide Roboter, die in der Lage sind, Spülmaschinen aus- oder Supermarktregale einzuräumen, sind für ihn nur noch eine Frage der Zeit. Eigentlich ginge das schon jetzt, sagt er. Das ganze sei aktuell aber noch sehr teuer.

Dass sich die Menschen schon bald mit smarten Robotern wie zum Beispiel im Film "Terminator" herumschlagen müssen, glaubt der Heidelberger Physiker dennoch nicht. Und auch nicht, dass die KI an sich eine Gefahr für die menschliche Existenz darstelle. Eine reale Gefahr sieht er aber darin, dass Kriminelle oder vielleicht auch staatliche Akteure KI-System manipulieren.

Die meisten Dinge hat man in der Vergangenheit durch technische Lösungen in den Griff bekommen, und das wird jetzt auch so sein.

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