Mit Fahrradklingel, Mundharmonika und Holzstab

Zoo Heidelberg: Wie Tiere für die Tierarzt-Visite trainiert werden  

Im Heidelberger Zoo werden Tiere gezielt geschult. Beim Training lernen unter anderem kleine Pandas und Marderbären Dinge, die für die Tierarzt-Untersuchung wichtig sind.  

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Von Autor/in Philipp, Behrens

Wenn im Heidelberger Zoo die Visite des Tierarztes ansteht, dann gibt es dort vorher ein spezielles Training für die Tiere. Für Zoobesucher sieht das auf den ersten Blick aus wie ein Spiel oder eine Fütterung. So auch bei den Kleinen Pandas. Wenn Revierleiterin Bianca Weißbarth zum Beispiel mit einer Fahrradklingel läutet, dauert es nicht lange und Panda-Mädchen Kaila kommt angerannt. Sie weiß genau, dass es dann was zu fressen gibt.

Training im Zoo: Elefant mit Mundharmonika 

Bianca Weißbarth füttert das Panda-Weibchen mit Obst. Um an die Leckereien zu kommen, muss sich Kaila ganz schön strecken. Und genau das ist das Ziel der Übung. Denn während sich Kaila im Stehen von Bianca Weißbarth füttern lässt, kann der Tierarzt den Bauch des Panda-Weibchens untersuchen. Etwa, ob sie schwanger ist und die Zitzen geschwollen sind. Im Zoo beobachten Besucher oft das Tier-Training, ohne die medizinischen Gründe dahinter zu erkennen. Wenn also ein Elefant Mundharmonika spielt, geht es nicht um dessen musikalisches Talent. Trainiert wird vielmehr die Rüsselspülung. Dabei blasen die Elefanten eine medizinische Lösung in einen Behälter.

Schaf lernt, still zu stehen  

In Heidelberg werden auch die Tiere des Zoo-Bauernhofs medizinisch trainiert. Pfleger Jonathan Truman verbringt viel Zeit mit Schaf Ole. Am Anfang sei Ole ziemlich hyperaktiv gewesen, erzählt der Pfleger. Einfach stillstehen - das hat der Schafbock erst mühsam lernen müssen. Mit einem "Klicker" gibt Jonathan Truman ein akustisches Signal und Ole steht ganz still und rührt sich nicht. Eine ganze Weile. Ole wartet geduldig, bis es Leckerli gibt. Dann wird er aus der Hand gefüttert.

Das ist aber für ihn anstrengend. Das ist für ihn so ein nicht natürliches Verhalten.

Ganz ruhig stehen und nicht den Kopf bewegen - diese Übung ist notwendig, falls Ole am Kopf geröntgt werden müsste. Ein Klick-Geräusch und dann gibt es Leckerli. Medical Training geht auch bei den Binturongs durch den Magen. Binturongs, auch Marderbären genannt, sind eine Schleichkatzenart aus Südostasien.

Zoo Heidelberg: Training mit Holzstab  

Wenn Tierpflegerin Laura Pohl mit Maidy, einem Weibchen, trainieren möchte, dann kommt erneut ein "Klicker" zu Einsatz. Zusätzlich aber auch ein kurzer Holzstab mit einer roten Kugel an der Spitze. Laura Pohl zeigt damit an, wohin Maidy klettern oder sich auch zum Beispiel aufrichten soll. Ähnlich wie bei den kleinen Pandas wird auch das Stehen geübt, um den ungeschützten Bauch untersuchen zu können.

Maidy vertraut der Pflegerin vollkommen und lässt sie sogar den buschigen Schwanz anfassen. Ein besonders empfindlicher Körperteil, weil sich Binturongs damit an Ästen festhalten. Wenn Tiere beim Medical Training nicht mitmachen, dann müssen sie festgehalten oder sogar narkotisiert werden. Beides bedeutet extremen Stress.

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