Die Deutsche Umwelthilfe hat diesen Index erstellt und am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Mannheim ist dabei nicht unbedingt die heißeste Stadt nach Temperaturen, aber hat nach dem Hitze-Betroffenheits-Index die meisten von sommerlicher Hitze betroffenen Menschen aller Städte in Deutschland.
Schon 2021 Hitzeaktionsplan erstellt
Das Thema ist nicht neu für Mannheim. Schon 2021 hat der Gemeinderat einen Hitzeaktionsplan verabschiedet. Seitdem ist viel passiert, sagt Mannheims Umweltdezernentin Diana Pretzell (Grüne). Sie betont, dass Mannheim 1.000 Bäume gepflanzt hat, grüne Inseln und Fassadenbegrünung vorangetrieben hat oder den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz mit weißem Boden auslegen ließ, auch das reflektiert Sonnenstrahlen.
Ein wesentliches Element im Mannheimer Hitzeschutz ist die Frischluftschneise, die aus dem Gelände der Bundesgartenschau 2023 am Rand der Stadt hervorgegangen ist. Sie soll frische Luft in die Stadt schaufeln, nach Angaben von Diana Pretzell bringt das mehr als zwei Grad Kühlung im Sommer durch einen frischen Wind, das hätten Messungen ergeben.
Trotzdem bleibt die Stadt Mannheim ein heißes Pflaster, denn die Quadratestadt speichert die Hitze wegen ihrer Struktur gut und liegt eben mitten in der heißen Rheinebene, genau wie Karlsruhe.
Rote Karte auch für Karlsruhe
Auch Karlsruhe erhielt dieses Jahr von der Deutschen Umwelthilfe die rote Karte, vergangenes Jahr hatte es noch für die gelbe Karte gereicht. Durch die Lage im Oberrheingraben ist aber auch Karlsruhe besonders von Hitze betroffen.
Karlsruhe arbeitete am Hitzeaktionsplan
In der Fächerstadt setzen die Verantwortlichen darum auf einen Hitzeaktionsplan, der im Sommer beim Gemeinderat der Fächerstadt vorgelegt werden soll. Darin sind baulicher Hitzeschutz in Kitas und Schulen sowie die verstärkte Sensibilisierung von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen vorgesehen.
Hitzeschutz ist eine freiwillige kommunale Aufgabe, betont ein Sprecher der Stadt Karlsruhe. In Zeiten knapper Kassen ist das also eine Herausforderung. Deshalb hofft Karlsruhe darauf, dass Hitzeschutz künftig zur "kommunalen Pflichtaufgabe" wird und damit auch Geld von Bund und Land fließt.
Deutsche Umwelthilfe diesmal sehr kooperativ
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist in der Öffentlichkeit vor allem durch gerichtliche Klagen bekannt. Die DUH verklagt auf Basis des Verbandsklagerechts, das seit 2006 in Deutschland gilt, regelmäßig Regierungen oder Unternehmen in Umweltfragen. In Fall Hitze sieht das etwas anders aus. Die Untersuchung zur Hitze in Deutschland will aufrütteln, ein Alarmzeichen setzen, sagte die Geschäftsführerin Barbara Metz vor der Presse.
So will die Umwelthilfe in Sachen Hitze auch nicht gerichtlich vorgehen, sondern eher kooperieren. Mannheims Dezernentin Diana Pretzell nimmt den Ball gerne auf und erinnert daran, dass Hitzeschutz kein Problem der Städte allein ist, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe: Sie fordert dafür Geld von Bund und Land.
Gemeinsames Projekt Mannheim - DUH
Und es gibt tatsächlich ein gemeinsames Projekt Mannheims mit der Deutschen Umwelthilfe, um vor allem die Hitze in benachteiligten, dicht besiedelten Stadtquartieren zu senken. In einigen Jahren könnten Ergebnisse dieser Zusammenarbeit vorliegen.