Seit Ende Juni ist das Mannheimer Theresienkrankenhaus geschlossen. Und damit auch die dortige Notaufnahme, die jahrzehntelang eine wichtige Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten in Mannheim war. Die müssen sich seitdem im Notfall an die beiden verbliebenen Notaufnahmen wenden: Im Diakonissenkrankenhaus (kurz Diako), das zum selben Unternehmen gehört wie das Theresienkrankenhaus und dessen Einrichtungen fortführt, und das Uniklinikum.
Uniklinikum hat vorgesorgt und Notaufnahme erweitert
Dort spürt man den Wegfall der Notaufnahme auf der anderen Neckarseite deutlich. Die Zahl der Notfallpatienten, die sich dort hinwenden, ist seit Anfang Juli um 30 Prozent gestiegen. Das bestätigte der Pflegedirektor des Uniklinikums, Rayk Oemus-Diehl, gegenüber dem SWR.
Wir sind der Versorger am Platz, und wir fangen im Moment bis zu 30 Prozent mehr Patienten auf.
Weil der Zuwachs zu erwarten war, habe das Uniklinikum Personal aufgestockt und die Notaufnahme räumlich erweitert, sagt Oemus-Diehl. Man merke vor allem auch einen Zuwachs an Fußgängern, die in die Notaufnahme kämen. Früher wären viele von ihnen ins Theresienkrankenhaus gegangen.
Notaufnahme am Uniklinikum vermutlich auch in Zukunft stark nachgefragt
Auch für das kommende Jahr plant das Uniklinikum mit mehr Personal für die Notaufnahme. Das Diakonissenkrankenhaus hat nach eigenen Angaben seine eigene Notaufnahme bereits erweitert. Nach Angaben einer Sprecherin sind auch dort die Patientenzahlen in den vergangenen Tagen angestiegen, sodass die wöchentlichen Patientenkontakte auf dem Niveau liegen, wie sie zuvor in den beiden Notaufnahmen gemeinsam lagen. Dass die erweiterten Kapazitäten am Diako das Uniklinikum entlasten, glaubt Rayk Oemus-Diehl aber nicht. Er geht davon aus, dass die Zahl der Notfallpatienten am Uniklinikum dauerhaft hoch bleibe.